Next Generation Networks: Weitere Entwicklung abwarten

Pressemitteilung vom 27. Juni 2007

Der Übergang zu Next Generation Networks rechtfertigt vorerst keine Regulierungseingriffe. Zu diesem Ergebnis kommt das DIW Berlin in seinem aktuellen Wochenbericht 26/2007, der die wesentlichen Eigenschaften von Next Generation Networks beschreibt und die Folgen für das Angebot von Diensten und Anwendungen im Internet diskutiert.
Mit Next Generation Networks sollen die klassischen Telekommunikationsnetze mit dem Internet kombiniert werden. Dieser Übergang bietet nicht nur hohe Innovationspotenziale. Aus wettbewerbs- und regulierungstheoretischer Sicht besteht die Gefahr, dass marktmächtige Netzbetreiber ihre dominanten Positio-nen auf die bisher funktionierenden Märkte für Internetdienste und -anwendungen übertragen. Damit würden Innovationsanreize reduziert und die Bildung neuer Monopolstellungen erleichtert. Trotz dieser Gefahren wären restriktive Eingriffe derzeit übereilt. Stattdessen sollte die weitere Entwicklung kritisch beobachtet werden. Für diese abwartende Position spricht nicht nur die hohe Dynamik der Märkte, es ist vor allem auch die Architektur der Next Generation Networks, die das Risiko langfristig unumkehrbarer Fehlentwicklungen relativ gering erscheinen lässt. So bieten die eingesetzten Standards und die Programmierbarkeit der Netze grundsätzlich die Möglichkeit, regulatorische Verpflichtungen wie Zugangs- und Nichtdiskriminierungsauflagen auch nach dem Aufbau der Infrastruktur relativ schnell zu implementieren. Damit wird die Androhung von Regulierung glaubwürdig und wirkt möglichen Fehlentwicklungen entgegen.
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