Die Republik Südafrika ist einer der wichtigsten Rohstofflieferanten der Welt. Das Land kann noch lange Zeit eine führende Rolle in der weltweiten Rohstofflieferung einnehmen, sofern die politisch-ökonomischen Rahmenbedingungen erhalten bleiben. Zu diesem Ergebnis kommt das DIW Berlin in seinem aktuellen Wochenbericht 29/2006. Bisher hat die von der Regierung eingeleitete Politik einer zunehmenden Beteiligung der schwarzen Bevölkerung an der Rohstoffgewinnung nicht wie zunächst befürchtet dazu geführt, dass sich große Investoren zurückziehen. Sollte sich der behutsame Wandel jedoch nicht fortsetzen lassen, dürften auch für Deutschland erhebliche Versorgungsprobleme entstehen.
Die Rohstoffgewinnung ist der wichtigste Industriezweig in Südafrika, etwa drei Viertel der in Südafrika erzeugten mineralischen Rohstoffe werden exportiert. Die Regierungspolitik hat nach dem Übergang zur Demokratie vor allem eine steigende Beteiligung der schwarzen Bevölkerung an der Wirtschaft (Black Economic Empowerment) und den Abbau der hohen Arbeitslosigkeit zum Ziel. Die vorläufig positive Entwicklung könnte gefährdet sein, wenn die Politik des Black Economic Empowerment ohne hinreichend qualifiziertes Personal überstürzt durchgesetzt würde. Die hohe Arbeitslosigkeit kann durch die Rohstoffgewinnung alleine nicht gesenkt werden. Dafür wäre eine Verbreiterung der industriellen Basis erforderlich, im Rohstoffbereich z. B. eine verstärkte Weiterverarbeitung der Erze. Die weltweit höchste HIV-Infektionsrate und eine hohe Kriminalität sind zusätzliche Probleme für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes.