Im vergangenen Jahr gab es deutliche Rückgänge bei der durchschnittlichen Fahrleistung je Pkw in Deutschland. Zu diesem Ergebnis kommt das DIW Berlin in seinem aktuellen Wochenbericht 32/2006. Damit reagierten die Kraftfahrer auf die anhaltende Steigerung der Kraftstoffpreise, indem sie weniger fuhren. Sie kompensieren die gestiegen Kraftstoffkosten aber nach wie vor überwiegend durch Einsparungen an anderer Stelle oder versuchen, die Kosten durch Nutzung alternativer Kraftstoffe sowie durch häufigeres Tanken im preiswerteren Ausland zu mindern. Der Trend zum Diesel setzt sich ungebrochen fort. Vor allem Vielfahrer wechseln zum Diesel-Pkw, deren Bestand im Vergleich zum Vorjahr trotz der Diskussion um die Feinstaubemissionen um 9 % gestiegen ist und nunmehr bereits 21 % des Pkw-Bestandes ausmacht.
Das DIW Berlin schätzt, dass die durchschnittliche Pkw-Fahrleistung um 3 % von 13 045 auf 12 660 Kilometer zurückgegangen ist. Bei den Nutzfahrzeugen stagnierten die Fahrleistungen. Die Einführung der Autobahnmaut für Lkw hat nicht bewirkt, dass die Transporte merklich zurückgegangen sind oder auf Schienen oder Wasserstraßen verlagert wurden, abgesehen von einem Rückgang der Leerfahrtenkilometer um 5 %.
Sowohl der Verbrauch als auch der Inlandsabsatz von Benzin sind im vergangenen Jahr um 6 % zurückgegangen. Dagegen ist der Absatz von Bio-Diesel mit zwei Drittel weiter kräftig gestiegen. Insgesamt sank der Kraftstoffverbrauch im Jahr 2005 aber um 2,2% im Vergleich zum Vorjahr. Der durchschnittliche Kraftstoffverbrauch der Pkw in Deutschland hat allerdings nur geringfügig um weniger als 1% abgenommen, was sehr unbefriedigend ist. Deutschland kann das auf europäischer Ebene angestrebte Ziel der Reduzierung von CO2-Emissionen im Straßenverkehr nicht erreichen, wenn es weiter alleine auf den Beitrag der Diesel-Komponente setzt.