Ladenöffnungszeiten auf Bundesebene liberalisieren

Pressemitteilung vom 6. Dezember 2006

Mit einer deutschlandweiten, einheitlichen Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten könnte das erhebliche Wachstumspotential im Einzelhandel am besten genutzt werden. Zu diesem Ergebnis kommt das DIW Berlin in seinem aktuellen Wochenbericht 49/2006. Im gleichen Zug sollten die restriktiven Bau- und Planungsvorschriften für den Einzelhandel entschärft werden.
Die Lockerung der Ladenschlusszeiten ist ein Schritt in die richtige Richtung, um einen Anstieg von Produktivität und Wachstum im deutschen Einzelhandel zu bewirken. Das zeigt auch ein Vergleich mit dem britischen Einzelhandelssystem, das seit der Deregulierung die beste Produktivitätsentwicklung aufweist. Eine Teil-Liberalisierung, wie sie derzeit in Deutschland praktiziert wird, kann die wirtschaftliche Leistungskraft des Einzelhandels jedoch verringern, wenn die neuen Spielräume von den im Markt befindlichen Unternehmen für mehr Differenzierungen bei den Öffnungszeiten genutzt werden. Der Preiswettbewerb könnte so abgeschwächt und die Verbraucher könnten insgesamt schlechter gestellt werden. Die jetzige Regelung der Ladenöffnungszeiten auf Länderebene benachteiligt bundesweit operierende Handelsketten, die aufgrund bestehender regionaler Unterschiede die verlängerten Öffnungszeiten nicht vollständig nutzen können. Darüber hinaus erschweren oder verhindern Bau- und Planungsrichtlinien vor allem die Markteintritte großflächiger Einzelhandelsunternehmen, die den Wettbewerb erhöhen und damit zu Preissenkungen führen könnten, von denen eher Verbraucher mit einem niedrigeren Einkommen und Familien profitieren.
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