Ich-AG und Überbrückungsgeld: Neue Ergebnisse bestätigen Erfolg

Pressemitteilung vom 17. Januar 2007

Ich-AG und Überbrückungsgeld können als erfolgreiche Instrumente der aktiven Arbeitsmarktpolitik angesehen werden. Die Teilnehmer beider Maßnahmen sind heute mit einer deutlich geringeren Wahrscheinlichkeit arbeitslos gemeldet als nicht geförderte Personen. Zu diesem Ergebnis kommt das DIW Berlin in seinem aktuellen Wochenbericht 3/2007. Die geförderten Arbeitslosen sind heute auch mit einer deutlich höheren Wahrscheinlichkeit selbständig oder regulär abhängig beschäftigt und verfügen über ein höheres Erwerbseinkommen als die nicht Geförderten. Auch die monetäre Effizienz der beiden Programme ist zumindest beim Überbrückungsgeld aus Sicht der Bundesagentur für Arbeit deutlich positiv, so dass die Bundesagentur durch die Zuweisung von Teilnehmern in Überbrückungsgeld Beitragsmittel spart. Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse und der vergleichsweise moderaten Kosten der Ich-AG für die Bundesagentur bewertet das DIW Berlin die zum 1.8.2006 erfolgte Reform der Existenzgründungsförderung kritisch.
Die Existenzgründungsförderung für Arbeitslose ist in den letzten Jahren zu einem der quantitativ bedeutendsten Instrument der aktiven Arbeitsmarktpolitik in Deutschland geworden. So wurden in den letzten vier Jahren mehr als eine Million Personen durch den Existenzgründungszuschuss (Ich-AG) oder das Überbrückungsgeld gefördert. Erste Evaluationsergebnisse aus dem Jahr 2005 haben bereits gezeigt, dass beide Programme hinsichtlich der Vermeidung einer Rückkehr in Arbeitslosigkeit als erfolgreich angesehen werden können. Dies wird durch neuere Analysen des DIW Berlin nun auch für einen längeren Evaluationszeitraum bestätigt. So sind 28 Monate nach Beginn der Maßnahmen noch immer über 70 % der Geförderten in Selbständigkeit. Allerdings ist nicht jede Beendigung der Selbständigkeit als Misserfolg zu werten, da einige Teilnehmer auch eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufgenommen haben. Die Teilnehmer beider Programme haben, im Vergleich zu einer Kontrollgruppe von nicht geförderten Arbeitslosen, 28 Monate nach Beginn der Maßnahmen eine deutlich geringere Wahrscheinlichkeit arbeitslos gemeldet zu sein und sind auch mit einer deutlich höheren Wahrscheinlichkeit in Selbständigkeit oder regulärer Beschäftigung zu finden. Insgesamt sind die Arbeitsmarkteffekte von Ich-AG und Überbrückungsgeld in den neuen Bundesländern am größten. Auch die Einkommenseffekte sind bei den Geförderten beider Programme positiv: Männliche Ich-AG-Teilnehmer in den neuen Ländern verdienten 28 Monate nach Beginn der Maßnahme monatlich 640 Euro mehr als die Kontrollgruppe, und westdeutsche Männer, die Überbrückungsgeld erhielten, erzielten sogar ein um über 920 Euro höheres Erwerbseinkommen als die nicht geförderte Kontrollgruppe.
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