Der Aufschwung der Weltwirtschaft und die boomende chinesische Wirtschaft führten im vergangenen Jahr zu Versorgungsengpässen auf den Welt-Metallmärkten und starken Preissteigerungen, so das DIW Berlin in seinem aktuellen Wochenbericht 4/2007. Auch für das Jahr 2007 werden weitere Preissteigerungen, insbesondere bei Zink und Gold, erwartet. Die deutsche Industrie sollte sich daher mit staatlicher Unterstützung stärker im ausländischen Bergbau engagieren, um künftig eine gesicherte Versorgung zu gewährleisten.
Insbesondere das sehr kräftige Wirtschaftswachstum in China ist von einem rapide zunehmenden Rohstoffverbrauch begleitet, der sowohl durch Rohstoffimporte als auch durch die stark ausgebaute Hüttenindustrie gedeckt wird. Hierdurch ist China in den letzten Jahren beispielsweise zum führenden Produzenten von Manganlegierungen (41 %), Rohstahl und Raffinadeblei (jeweils 31 %), Hüttenzink (26 %) und Hüttenaluminium (24 %) aufgestiegen. Die hohen Metallpreise und Gewinne der Rohstoffproduzenten haben eine globale Fusions- und Übernahmewelle eingeleitet und bei einigen Rohstoffen eine gefährlich hohe Konzentration auf wenige Länder und Unternehmen bewirkt. Große Produzentenländer haben bei einigen Metallen Marktanteile erreicht, bei denen es möglich ist, strategischen Einfluss auf Preise und Versorgung zu nehmen oder die Rohstoffe sogar als politische Waffe einzusetzen. Dadurch wird die Funktionsfähigkeit der Weltmärkte, d.h. die gesicherte Versorgung aller Verbraucher zu wettbewerbsbestimmten Preisen, zunehmend in Frage gestellt. Darüber hinaus sichert sich China mit finanzieller und politischer staatlicher Unterstützung durch weltweite Beteiligungen zunehmend auch die physische Kontrolle über die zunehmend benötigten Roh-stoffmengen. Da weitere Schwellenländer mit schnell steigendem Rohstoffverbrauch auf die Weltmärkte drängen, muss auch künftig mit Versorgungsengpässen und Preisen auf hohem Niveau gerechnet werden. Obwohl die Versorgung mit metallischen Rohstoffen originäre Aufgabe der deutschen Wirtschaft ist, muss der Staat die erforderlichen Rahmenbedingungen für einen längerfristig gesicherten und preisgünstigen Zugang schaffen. Für Beteiligungen im internationalen Bergbau sollte die Finanzkraft der verschiedenen Rohstoffinteressenten (Verarbeiter, Anlagenbauer, Handelsgesellschaften und Banken) in einer kapitalstarken nationalen Beteiligungsgesellschaft gebündelt werden, die zusammen mit staatlichen Förderinstrumenten im Interesse der deutschen Verbraucher weltweit operieren könnte.