Für oder gegen die Einführung einer City-Maut in deutschen Städten lassen sich keine generellen Empfehlungen abgeben. Zu diesem Ergebnis kommt das DIW Berlin in seinem aktuellen Wochenbericht 9/2007, der die wichtigsten ausländischen City-Maut-Beispiele untersucht. Jedes System ist im Hinblick auf die verkehrspolitischen Rahmenbedingungen, Ziele und Ausgestaltung als Unikat anzusehen.
Der entscheidende Faktor für die erfolgreiche Einführung einer City-Maut ist die Akzeptanz der Bürger. Diese hängt vor allem vom Ausmaß der Verkehrsprobleme in der Innenstadt ab. Erfolgsfaktoren sind außerdem der klare politische Wille, diesen Problemen mit so drastischen Mitteln wie einer City-Maut zu begegnen, eine zweckgebundene Verwendung der Einnahmen und der Ausbau des öffentlichen Verkehrs. In den Städten, in denen eine City-Maut zur Verkehrsbeeinflussung eingesetzt wurde, konnte meist eine spürbare Veränderung des Fahrverhaltens festgestellt werden. Vor allem in London und bei dem Großversuch in Stockholm führte die City-Maut zu einer deutlichen Reduktion des innerstädtischen Verkehrsaufkommens und einer Verlagerung zu öffentlichen Verkehrsmitteln - allerdings auch zu einer Erhöhung des Verkehrs auf Ausweichstraßen.