Investitionen in die Ausbildung lohnen sich: Ostdeutschland hat aufgeholt

Pressemitteilung vom 7. März 2007

Ein zusätzliches Ausbildungsjahr ist für vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmer in Ostdeutschland inzwischen mit einem ebenso hohen prozentualen Einkommenszuwachs verbunden wie in Westdeutschland, so der aktuelle Wochenbericht des DIW Berlin Nr. 10/2007. Allerdings werden ausgewählte Berufsabschlüsse in Westdeutschland nach wie vor stärker belohnt: Im Jahr 2005 verdienten westdeutsche Hochschulabsolventen gut 60 Prozent mehr als Beschäftigte ohne abgeschlossene Berufsausbildung. In Ostdeutschland waren es weniger als 40 Prozent. Insgesamt sind die Erträge von Bildungsinvestitionen im Osten unter Berücksichtigung des deutlich höheren Arbeitslosigkeitsrisikos geringer.
Besonders gut schneiden Ost-West-Migranten bei den Bildungsrenditen ab. Ein zusätzliches Bildungsjahr war im Jahr 2005 für ostdeutsche Männer in Vollzeitbeschäftigung, die in den Westen abgewandert sind, mit einem Einkommenszuwachs in Höhe von gut 11 Prozent verbunden. Somit übertraf die Rendite der Ost-West-Migranten nicht nur die der ostdeutschen, sondern auch die der westdeutschen Beschäftigten um über 2 Prozentpunkte. Dies deutet darauf hin, dass vorwiegend Arbeitskräfte mit besonderen Qualifikationen und am Arbeitsmarkt gut verwertbaren persönlichen Eigenschaften im Westen Arbeit gefunden haben.

Die Löhne westdeutscher Arbeitskräfte liegen immer noch deutlich über dem ostdeutschen Lohnniveau. Dies zeigt der regionale Vergleich der Gehälter vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer für verschiedene Bildungsgruppen. Allerdings sind höhere Bildungsabschlüsse in Ostdeutschland nach wie vor weiter verbreitet. Gleichzeitig verdoppelte sich hier aber der Anteil der Personen ohne Berufsabschluss seit der Wiedervereinigung. Trotz dieses Anstiegs ist der Anteil von Personen ohne Berufsabschluss in Westdeutschland höher.
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