Musikdownloads: Kopierschutz hemmt Wachstum

Pressemitteilung vom 14. März 2007

Die Zersplitterung des Marktes für Musik-Downloads hemmt das Wachstum in diesem Bereich, so der Wochenbericht des DIW Berlin Nr. 11/2007. Anbieter von Musik-Download-Diensten haben Programme entwickelt (Digital Rights Management Systems, DRMS), die unter anderem das Kopieren verhindern sollen. Allerdings stützen sich diese Produkte auf jeweils eigene Technologien und Standards, für die ebenfalls Eigentumsrechte gelten. Ein Musikaustausch zwischen den verschiedenen Systemen ist damit nicht möglich.
Die großen Musikverlage sind bisher nicht bereit, Lizenzverträge mit Anbietern von Download-Diensten abzuschließen, die auf DRMS verzichten. Unternehmen, die eigene DRM-Standards für andere, unabhängige Endgeräteanbieter öffnen, laufen derzeit Gefahr, im Falle von Rechteverletzungen von der Musikindustrie haftbar gemacht zu werden. Zudem werden die Verbraucher in ihren Wahlmöglichkeiten stark eingeschränkt. Sollten sich die beteiligten Akteure nicht rasch auf ein freiwilliges Moratorium einigen können, wäre die Wettbewerbspolitik gefordert, die derzeit wettbewerbswidrigen Praktiken durch rechtliche Regulierungen zu unterbinden.

2006 wurde nach Angaben des internationalen Dachverbandes FPI (International Federation of the Phonographic Industry) weltweit ein Umsatz von 2 Mrd. US-Dollar erzielt, doppelt so viel wie im Jahr zuvor. Damit entfiel rund ein Zehntel des weltweiten Umsatzes der phonographischen Industrie auf Downloads. Dieser Anteil wird nach Einschätzung der IFIP bis zum Jahr 2010 auf 25 Prozent steigen, langfristig könnte der Download über das Internet den traditionellen Vertrieb per Musik-CD sogar ganz ablösen.
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