Deutsche Wirtschaft: Verlust der Wachstumsführerschaft in fast allen Branchen

Pressemitteilung vom 21. März 2007

Die deutsche Wirtschaft hat während der 90er Jahre ihre langjährige Wachstumsführerschaft in Europa verloren, wobei die Wachstumsschwäche nahezu alle Wirtschaftszweige betraf. Zu diesem Ergebnis kommt das DIW Berlin in seinem aktuellen Wochenbericht 12/2007. Die aktuellen gesamtwirtschaftlichen Daten für 2006 sowie die Schätzungen für 2007 und 2008 deuten allerdings darauf hin, dass Deutschland mittlerweile wieder Anschluss an die Entwicklung in den übrigen Ländern der EU gewonnen hat.
Die wirtschaftliche Dynamik in Deutschland hat sich in den 90er Jahren stark verlangsamt. Nach einer durchschnittlichen Zuwachsrate des Bruttoinlandsprodukts von 2,5 % in den Jahren von 1970 bis 1995 verringerte sich das Wachstum im Zeitraum von 1995 bis 2004 auf nur noch 1,4 %. In der Summe der EU-15 Länder ist es dagegen kaum zu einer Abschwächung gekommen. Ebenfalls deutlich zurückgegangen ist das Wachstumstempo der Arbeitsproduktivität in Deutschland. Das verarbeitende Gewerbe verlor weitgehend seine Stellung als Stütze des gesamtwirtschaftlichen Produktivitätswachstums. In den Dienstleistungsbereichen kam es wegen der Ausweitung einfacher Dienstleistungen teilweise sogar zu absolut sinkenden Produktivitäten. Lediglich in den Bereichen Elektrotechnik und Nachrichtenübermittlung hat sich das Wachstum der Arbeitsproduktivität seit 1995 beschleunigt.
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