Creating Expectations

Aktuelles Projekt

Abteilung

Makroökonomie

Projektleitung

Prof. Dr. Alexander Kriwoluzky
Prof. Dr. Moritz Schularick

Projektzeitraum

1. Januar 2019 - 31. Dezember 2022

Auftraggeber

Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Kooperationspartner

Universität Bonn

Wirtschaftsagenten treffen ihre tagtäglichen ökonomischen Entscheidungen auf Grundlage von Erwartungen über die zukünftige wirtschaftliche Situation. Ermöglicht dieser Mechanismus Regierungen zusätzlichen Spielraum eine Volkswirtschaft zu gestalten, indem gezielt Erwartungen von Agenten beeinflusst werden? Wir untersuchen diese Frage im Kontext einer der bedeutsamsten makroökonomischen Erfolgsgeschichten des 20. Jahrhunderts, für die bislang kein zufriedenstellender wissenschaftlicher Konsens gefunden wurde: dem deutschen Wirtschaftsaufschwung unter den Nationalsozialisten ab 1933.

Unser Projekt umfasst drei Teile. Ziel des ersten Teils ist es, einen neuen historischen Datensatz zu Staatsausgaben und Fiskalpropaganda zusammenzustellen. Um Fiskalpropaganda quantifizieren zu können, digitalisieren und verarbeiten wir eine Reihe deutscher Zeitungen sowie transkribierter Radiosendungen. Mithilfe quantitativer Textanalysetechniken generieren wir aus diesen Quellen Zeitreihen zu Fiskalpropaganda. Im zweiten Teil des Projekts nutzen wir diese Daten um in einem bayesianischen VAR Modell zu untersuchen, wie Fiskalpropaganda den Transmissionsmechanismus von Staatsausgaben beeinflusst. Im dritten Teil analysieren wir die Wirkung von Staatsausgaben auf regionaler Ebene unter Berücksichtigung von Fiskalpropaganda: Insbesondere vergleichen wir ihre Effekte unter geringer und starker fiskalpolitischer Indoktrinierung der Öffentlichkeit. Diese Analyse erlaubt uns den Einfluss von Fiskalpropaganda auf den Effekt von Staatsausgaben zu bestimmen und dadurch ihre Rolle im Zusammenhang mit dem deutschen Wirtschaftsaufschwung in den 1930ern neu zu bewerten.

DIW Team

Themen: Konjunktur

Kontakt

Stephanie Ettmeier

Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Makroökonomie