Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft: Hemmnisse abbauen.

Pressemitteilung vom 31. Oktober 2007

Wissenschaft und Wirtschaft könnten in Deutschland besser vernetzt sein. Die größten Barrieren, die dem oft entgegenstehen, sind unterschiedliche Verwertungsinteressen bezüglich der Forschungsergebnisse, unterschiedliche Organisationskulturen und unzureichende finanzielle und personelle Ausstattung des Netzwerkmanagements. Zudem sollten sich große Unternehmen stärker als bisher auch in finanzieller Hinsicht in Netzwerken engagieren, fordert das DIW Berlin in seinem aktuellen Wochenbericht.
Das DIW Berlin untersuchte im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung 20 ausgewählte Netzwerke aus Innovations- oder Zukunftsfeldern mit herausragender nationaler Bedeutung. Anhand von 85 Interviews mit Netzwerkexperten identifizierte das DIW Berlin folgende Erfolgskriterien für Netzwerke aus Wirtschaft und Wissenschaft: - Begrenzte Anzahl von Akteuren: Kleinere Netze sind transparenter, lassen sich leichter koordinieren und haben ein klareres Profil. - Einbindung von Unternehmen: Kleine und mittlere Unternehmen sorgen für Dynamik in den Netzwerken, während große Unternehmen Strategiegeber und Innovationstreiber sind, weitere Unternehmen anziehen und nicht zuletzt als Garanten für die Einwerbung von Fördermitteln gelten. - Professionelles Management: Die Koordination von Netzwerken erfordert Managementqualitäten und personelle Kontinuität. Die Förderung sollte dementsprechend auch die Finanzierung und Qualifizierung des Managements einschließen. - Flexible Fördervorgaben: Öffentliche Förderprogramme sollten keine starren Konditionen aufweisen. Die Förderdauer von drei bis fünf Jahren ist meist zu kurz. Netzwerke müssen sich organisch entwickeln können. Die untersuchten Netzwerke sind einseitig von der Wissenschaft geprägt. "Die Wirtschaft erkennt oft den Nutzen einer Einbindung in Netzwerke nicht, da von einer ersten Forschungsidee bis zum marktreifen Produkt bis zu zehn oder mehr Jahre vergehen können", sagte DIW-Forscherin Kornelia Hagen. Hier sollte die Forschungspolitik ansetzen und die Förderzeiträume auf zumindest fünf bis sieben Jahre ausweiten.
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