30 Prozent mehr Arbeitsplätze in der IT-Wirtschaft

Pressemitteilung vom 19. Dezember 2007

München behauptet Spitzenplatz in der deutschen Medien- und IT-Wirtschaft – Berlin steigt auf

Die Zahl der Beschäftigten in der IT-Wirtschaft ist seit 1998 deutlich stärker gestiegen als in der Gesamtwirtschaft. Die IT-Wirtschaft beschäftigte 2006 fast 30 Prozent mehr Menschen als 1998. Dieser Zuwachs zeigt sich bei den sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen genauso wie bei den Selbständigen. Der Anteil der IT-Wirtschaft an der Gesamtwirtschaft stieg in diesem Zeit-raum von 2 Prozent auf 2,6 Prozent. In der Medienwirtschaft ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten dagegen spürbar zurückgegangen, während der Anteil der Selbständigen deutlich gestiegen ist. Der Anteil an der Gesamtbeschäftigung war mit 2 Prozent genauso hoch wie 1998. Zu diesen Ergebnissen kommt das DIW Berlin in einer heute vorgestellten Studie zur IT- und Medienbranche.
Ein übergreifender Trend gilt sowohl für die Medien- als auch für die IT-Wirtschaft: Die Rolle der Dienstleistungen und kreativer Tätigkeiten steigt, die Bedeutung industrieller Produktion sinkt. So waren 2006 in der Herstellung von Medieninhalten zehn Prozent mehr Menschen beschäftigt als 1998. Gleichzeitig sank die Zahl der Beschäftigten in der Druckindustrie und im Vervielfältigungsgewerbe um 21 Prozent. Ein Grund hierfür dürfte die Konkurrenz der elektronischen Medien sein. Die gleiche Entwicklung in der IT-Branche: Hier expandierten dienstleistungsorientierte Bereiche wie Software-Entwicklung oder Datenbanken personell um 60 Prozent. In der Herstellung von IT-Geräten schrumpfte die Beschäftigung dagegen um neun Prozent, was unter anderem ein Resultat des internationalen Wettbewerbs ist. Die Region München hat in den vergangenen acht Jahren ihre führende Stellung sowohl in der Medien- als auch in der IT-Wirtschaft behauptet. So lag der Anteil an der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in der Produktion von Medieninhalten in München bei 11,4 Prozent. Es folgen Hamburg und Berlin mit jeweils neun Prozent. Köln und Frankfurt am Main liegen zwischen sechs und sieben Prozent. München und vor allem Berlin haben ihre Beschätigtenanteile von 1998 bis 2006 deutlich erhöhen können, während Hamburg, Köln und Frankfurt etwas an Boden verloren. Dass sich so viele Unternehmen der Medien- und IT-Wirtschaft an urbanen Standorten angesiedelt haben, hängt mit den für diese Branchen typischen Produktionsweisen, etwa projektorientiertes Arbeiten und Produktion in Netzwerken, zusammen. Wie wichtig die Kreativwirtschaft der IT- und Medienbranchen für die Metropolen ist, zeigt wiederum ein Blick auf die Gesamtwirtschaft: So haben die großen Ballungsgebiete einen Anteil von 47 Prozent an der Gesamtbeschäftigung. In der Medien- und IT-Wirtschaft hingegen arbeiten mehr als 60 Prozent der Beschäftigten in den großen Ballungsgebieten.
keyboard_arrow_up