„Höhere Inflation stellt EZB vor schwierige Herausforderung“

Statement vom 28. Oktober 2021

Die Ergebnisse der heutigen Sitzung des Rates der Europäischen Zentralbank (EZB) kommentiert Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), wie folgt:

BlockquoteDie EZB hält an ihrem geldpolitischen Kurs fest, obwohl die Zeichen in den USA und in Großbritannien auf ein schnelleres Ende der expansiven Geldpolitik hindeuten. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Ich erwarte, dass die EZB im Dezember das Ende ihres Anleihenkaufprogramms PEPP bekannt geben wird und auch die Anleihenkäufe 2022 schneller als erwartet reduzieren wird.
Die deutlich höhere Inflation ist zwar nicht unerwartet, sie stellt die EZB jedoch vor die schwierige Herausforderung, Menschen und Märkte davon zu überzeugen, dass diese Erhöhung temporär sein wird. Die meisten Prognosen deuten darauf hin, dass auch in Deutschland spätestens ab 2023 die Inflation wieder unter zwei Prozent liegen wird. Trotzdem ist Vorsicht geboten, denn die Unsicherheit ist groß und die EZB muss sich vorbereiten, schnell auf unerwartete Entwicklungen reagieren zu können.

Themen: Geldpolitik

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