Die Inflationsrate dürfte in diesem Jahr im Durchschnitt bei etwa 2,6 Prozent liegen. Dabei wird die Teuerung erst in der zweiten Jahreshälfte etwas zurückgehen. Im nächsten Jahr dürfte die Inflation bei ungefähr zwei Prozent liegen. "Die niedrigen Inflationsraten der 90er Jahre wird es aber auf absehbare Zeit nicht mehr geben", prognostizierte der Konjunkturchef des DIW Berlin, Christian Dreger. Er warnte zugleich vor einer Gefährdung der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung. "Die Preisentwicklung dämpft die Erholung des privaten Konsums, auf der die konjunkturellen Perspektiven für dieses und nächstes Jahr beruhen".
Die Teuerung trifft die verschiedenen Einkommensgruppen und Haushaltstypen relativ gleichmäßig. Bezieher niedriger Einkommen geben im Vergleich einen höheren Anteil ihres Einkommens für Lebensmittel und Wohnen aus und sind deshalb etwas stärker von den Preissteigerungen in diesen Segmenten betroffen. Die Bezieher höherer Einkommen werden dagegen stärker von den gestiegenen Verkehrskosten belastet. "Per Saldo trifft die Inflation alle Einkommensklassen trotz ihrer unterschiedlichen Konsumgewohnheiten in etwa gleich", sagte Christian Dreger. "Wir haben in unserer Untersuchung auch keine Anhaltspunkte dafür gefunden, dass Alleinstehende, Alleinerziehende und Familien mit mehreren Kindern systematisch stärker als der Rest der Bevölkerung von der Inflation betroffen sind." Preisanstieg bei Lebensmitteln verlangsamt sich Haupttreiber der Inflation sind länderübergreifend die Lebensmittel- und Energiepreise. Deren Anstieg ist in erster Linie auf die Integration der Schwellenländer in die Weltwirtschaft zurückzuführen und wird sich deshalb über einen längeren Zeitraum hinweg fortsetzen. Vor allem im Energiebereich übertragen sich frühere Preisschocks erst allmählich auf den Endverbraucher. Bei den Lebensmitteln dürfte sich dagegen der Preisauftrieb allmählich verlangsamen, nachdem sich die Nahrungspreise mit der jüngsten Erhöhungswelle an die allgemeine Entwicklung angenähert haben. Die Preiserhöhungen bei Energie und Lebensmitteln haben den Verteilungsspielraum nicht erhöht. Ein Nachschlag bei den Lohnabschlüssen würde daher dem Entstehen von Lohn-Preis-Spiralen Vorschub leisten, die sich negativ auf die wirtschaftliche Entwicklung auswirken würden.