Unabhängige Verbraucherberatung und -information erfordert zu einem großen Teil eine öffentliche Finanzierung. Sinnvoll wäre eine Stiftung, die aus öffentlichen Mitteln und Beiträgen der Wirtschaft finanziert wird. Zu diesem Ergebnis kommt das DIW Berlin in einer vergleichenden Studie der Finanzierungsstrukturen von Verbraucherorganisationen in Deutschland und ausgewählten europäischen Ländern.
Die Bundesregierung hatte sich erst vor kurzem von der Vorgabe im Koalitionsvertrag verabschiedet, die Finanzierung der Verbraucherarbeit zu reformieren. "Unabhängige Verbraucherarbeit ist ein Garant für Innovation und Wettbewerb", sagte die Wettbewerbsexpertin des DIW Berlin Kornelia Hagen. Deshalb müsse es eine finanzielle Grundsicherung durch die öffentliche Hand geben. Auch in anderen Ländern wie Österreich, den Niederlanden, Belgien, Italien oder Großbritannien wird die unabhängige Verbraucherarbeit im wesentlichen mit öffentlichen Mitteln finanziert. Anders als in Deutschland ist die öffentliche Grundfinanzierung in diesen Ländern gesetzlich abgesichert. Sie wird ergänzt zum Beispiel durch Umlagen der Wirtschaft oder Straf- und Bußgelder aus Wettbewerbsverstößen. "Einen Finanzierung durch die Verbraucher alleine – etwa in Form höherer Gebühren – würde die Nachfrage einschränken und ist deshalb nicht sinnvoll," sagte Kornelia Hagen. Der Bedarf nach Verbraucherberatung ist in den letzten Jahren vor allem in den Bereichen private Altersvorsorge, Pflege- und Gesundheitsdienstleistungen und Telekommunikation gestiegen.