Sonstige DIW-Publikationen
Hans-Jürgen Hildebrand, Christoph Kippenberger, Ulrich Krauß, Manfred Kruszona, Helmut Schmidt, Dieter Kamphausen, Manfred Liebrucks, Manfred Rumberger, Eberhard Wettig
Stuttgart:
Schweizerbart'sche Verlagsbuchhandlung,
1977,
XVI, 156 S. : Kt., Anl.
(Untersuchungen über Angebot und Nachfrage mineralischer Rohstoffe ; 8)
Angebot und Verbrauch von Mangan in der Welt wurden regional und getrennt nach Verbrauchergruppen analysiert. Die Weltbergbauförderung von Manganerzen ist von rund 16 Mill. t im Jahre 1964 auf rund 23 Mill. t im Jahre 1974 gestiegen; dies entspricht einem mittleren jährlichen Zuwachs von 3,4 vH. Hauptförderländer waren 1974 die UdSSR, die Republik Südafrika, Gabun, Brasilien und Australien. Die sicheren und wahrscheinlichen Reserven an Manganerzen betragen rund 1,76 Mrd. t Metallinhalt; davon entfallen auf die Ostblockländer rund 40 vH, die westlichen Industrieländer 46 vH, die Entwicklungsländer 14 vH. Die statische Lebensdauer der Vorräte beträgt 191 Jahre (durchschnittlicher Mn-Gehalt 40 vH). Sie verringert sich auf 59 Jahre (semidynamische Lebensdauer), wenn die im Jahrzehnt 1964 bis 1974 beobachtete mittlere Zuwachsrate (jährlich 3,4 vH) der Weltbergbauproduktion aufrechterhalten wird. Unter Einbeziehung der potentiellen Reserven (1 ,6 Mrd. t) würde sich die statische Lebensdauer auf 367 Jahre und die semidynamische Lebensdauer auf etwa 77 Jahre erhöhen. Der Weltverbrauch nahm von 5,9 Mill. (1964) auf 8,3 Mill. t Metallinhalt (1974) zu. Dies entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Zuwachs von 3,6 vH. ln den Ländern der westlichen Welt stieg der Verbrauch in dem genannten Zeitraum von 3,0 Mill. auf 5,1 Mill. t, d. h. durchschnittlich jährlich um 5,4 vH. Die Länder des Ostblocks verzeichneten einen durchschnittlichen jährlichen Verbrauchszuwachs von 1,2 vH. Dabei muß indes beachtet werden, daß die statistischen Angaben aus diesen Ländern lückenhaft sind. Rund 90 vH des Mangans werden in der Eisen- und Stahlindustrie, und zwar als Desoxidations- und Legierungsmittel eingesetzt. Der Rest verteilt sich auf verschiedene Einsatzgebiete der NE-Metallurgie, der elektrotechnischen und der chemischen Industrie. Diese Verwendungsstruktur dürfte auch 1990 noch gelten. Daraus folgt, daß die Projektion des künftigen Manganverbrauchs im wesentlichen auf derjenigen der Stahlerzeugung aufbauen muß. Insgesamt dürfte der Manganverbrauch von 8,3 Mill. t im Jahre 1974 auf knapp 13,5 Mill. t im Jahre 1990 steigen. Auf die westeuropäischen Länder und Amerika könnten jeweils etwas mehr als 20 vH, die asiatischen Länder (ohne Ostblock) 16 vH und auf die Länder des Ostblocks knapp 40 vH entfallen.
Themen: Ressourcenmärkte