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„Wirtschaftsleistung geht leicht zurück, fällt aber besser aus als vielfach erwartet“

Statement vom 30. Oktober 2023

Einer ersten Schätzung des Statistischen Bundesamtes zufolge ist die deutsche Wirtschaft im dritten Quartal 2023 leicht geschrumpft. Dazu eine Einschätzung von Timm Bönke, Co-Leiter des Bereichs Prognose und Konjunkturpolitik im Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin):

BlockquoteDie deutsche Wirtschaft ist im dritten Quartal im Vergleich zum Vorquartal wohl leicht um 0,1 Prozent geschrumpft. Da das Statistische Bundesamt die Wirtschaftsleistung für die ersten beide Quartale erneut leicht nach oben korrigiert hat, tritt die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr bisher weitgehend auf der Stelle. Vom Einbruch infolge der Energiekrise konnte sie sich noch nicht wirklich erholen.

Insbesondere der private Konsum ist nach wie vor eine Achillesferse: Die Inflation sinkt zwar, zeigt sich aber weiterhin hartnäckig. Entsprechend eingetrübt ist die Kauflaune vieler Haushalte. Das dämpft den Konsum stärker und länger als früher im Jahr prognostiziert. Für das vierte Quartal deuten wichtige Indikatoren aber auf eine vorsichtige Erholung des privaten Konsums sowie eine Stabilisierung im Verarbeitenden Gewerbe hin. Das DIW Berlin erwartet daher für das Schlussquartal einen leichten Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 0,2 Prozent. Somit dürfte das Wirtschaftswachstum, wie in der jüngsten DIW-Konjunkturprognose von Anfang September erwartet, insgesamt im Jahr 2023 nur leicht zurückgehen und damit etwas besser ausfallen als zuletzt vielfach erwartet.

Timm Bönke
Timm Bönke

Co-Leitung Konjunkturpolitik in der Abteilung Makroökonomie

Themen: Konjunktur

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