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Klimaschutzverträge (Carbon Contracts for Difference)

Klimaschutzverträge

Carbon Contracts for Difference für die Industrie

Carbon Contracts for Difference (CCfD, auf deutsch auch „Klimaschutzverträge“) unterstützen Investitionen in klimaneutrale Produktionsprozesse der Industrie. Sie sind notwendig, da CO2-Preise im EU-Emissionshandel noch zu gering und unsicher sind.

Der CCfD wird zwischen dem Staat und dem investierenden Unternehmen abgeschlossen. Der Vertragspreis ergibt sich aus einer wettbewerblichen Auktion. Liegt dann während der Produktion der CO2-Zertifikatepreis unterhalb des Vertragspreises, bezuschusst der Staat das Projekt. Steigt der CO2-Preis jedoch über den Vertragspreis hinaus, ist das Unternehmen verpflichtet, die Differenz an den Staat zu zahlen.

Berücksichtigt werden dabei die Emissionseinsparungen gegenüber den effizientesten konventionellen Produktionsprozessen. Wenn nur konventionelle und nicht klimaneutrale Produktionsprozesse kostenlose Emissionszertifikate des EU-Emissionshandels erhalten, wird auch dieser Wettbewerbsnachteil für klimaneutralen Produktionsprozesse durch CCfD Zahlungen ausgeglichen. Neben CO2-Preisen kann der Vertragspreis zusätzlich auf die dynamische Energiekostendifferenz von klimaneutralen und konventionellen Prozessen indexiert werden, um so höhere Risiken klimaneutraler Produktionsprozesse gegenüber preissetzenden konventionellen Produktionsprozessen abzufedern.

© DIW Berlin

Die Absicherung gegen regulatorische Risiken durch einen CCfD kann Finanzierung von klimaneutralen Produktionsprozessen ermöglichen und Finanzierungskosten für das Unternehmen und letztendlich für die Gesellschaft reduzieren. Dabei werden zugleich durch die Anforderung an ein transformatives Investitionsvorhaben starke Anreize für einen Umstieg auf eine klimaneutrale Produktion geschaffen.

Die Bundesregierung hat im Jahr 2024 die weltweit erste Ausschreibung für Klimaschutzverträge gestartet. Mit diesem Förderprogramm soll die Umstellung der deutschen Industrie auf klimafreundliche Produktionsanlagen mit einem zweistelligen Milliardenbetrag unterstützt werden.

Offizielle Website des Förderprogramms Klimaschutzverträge

https://www.klimaschutzvertraege.info/

Veröffentlichung Carbon contracts-for-difference: How to de-risk innovative investments for a low-carbon industry? in: iScience.

Stand: Mai 2024

Experten

Mats Kröger
Mats Kröger

Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Klimapolitik

Jörn C. Richstein
Jörn C. Richstein

Wissenschaftlicher Mitarbeiter / Themenleitung Strommärkte in der Abteilung Klimapolitik

Das DIW Glossar

Das DIW Glossar ist eine Sammlung von Begriffen, die in der wissenschaftlichen Arbeit des Instituts häufig verwendet werden. Die hier gelieferten Definitionen sollen dem besseren Verständnis der DIW-Publikationen dienen und wichtige Begriffe aus der empirischen Wirtschafts- und Sozialforschung so prägnant wie möglich erklären. Das Glossar hat keinen Anspruch auf lexikalische Vollständigkeit.

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