Familienarbeitszeit: mehr Arbeitszeit für Mütter, mehr Familienzeit für Väter

DIW Wochenbericht 46 / 2015, S. 1095-1103

Kai-Uwe Müller, Michael Neumann, Katharina Wrohlich

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Abstract

Vor zwei Jahren hat das DIW Berlin das Modell der Familienarbeitszeit vorgestellt. Es sieht eine Lohnersatzleistung für Familien vor, in denen sich beide Partner für eine reduzierte Vollzeittätigkeit (etwa 80 Prozent einer Vollzeitstelle) entscheiden. Die vorliegende Studie entwickelt dieses Modell weiter. Neben einer großzügiger gestalteten Lohnersatzleistung wird eine vereinfachte Variante mit Pauschalleistung untersucht, die wegen ihres geringeren Verwaltungsaufwands und niedrigerer Kosten eine sinnvolle Alternative wäre. Auch die Anspruchsvoraussetzung wird flexibilisiert: Anstelle einer starren Arbeitszeitvorgabe wird ein Korridor von 28 bis 32 Stunden gewährt. Damit erhöht sich der Kreis der Berechtigten und die Inanspruchnahme steigt etwas stärker als im Modell mit fixer Arbeitszeitvorgabe. Allerdings müssten dafür höhere Kosten in Kauf genommen werden.

Two years ago, DIW Berlin introduced “Familienarbeitszeit”, which provides financial incentives for families in which both partners decide to take on reduced full-time employment (working hours amounting to roughly 80 percent of a full-time job). This study investigates further developments of this model: In addition to a more generous wage replacement variant, the study examines a simplified variant with a lump sum benefit that serves as a sensible alternative, since it entails fewer administrative burdens and lower overall costs. The benefit’s eligibility requirements are also flexibilized: Instead of a having to adhere to a fixed working-time requirement (base model), any parent whose working hours fall within the “corridor” of 28 to 32 hours per week is entitled to the benefits (corridor model). The corridor model increases the number of eligible recipients, and thus utilization rises somewhat more than it does with the base model; however, a corridor model would also come with higher costs.

Kai-Uwe Müller

Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Staat

Katharina Wrohlich

Leiterin in der Forschungsgruppe Gender Economics



JEL-Classification: J13;J22;J16
Keywords: family benefits, reduced working hours, gender equality
Frei zugängliche Version: (econstor)
http://hdl.handle.net/10419/123274