Risikogewichtung für EU-Staatsanleihen: Herausforderung für italienische Banken

DIW Wochenbericht 28 / 2017, S. 575-582

Dominik Meyland, Dorothea Schäfer

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Abstract

Im Rahmen der Überarbeitung des Regulierungswerkes Basel III soll das geltende Eigenkapitalprivileg abgeschafft werden, um Ausfallrisiken von Staaten und Banken zu entflechten. Aktuell müssen Banken für Kredite, Unternehmensanleihen und andere Forderungen Eigenkapital nachweisen, nicht aber für Staatsanleihen von EU-Ländern. Der vorliegende Bericht untersucht, wie viel zusätzliches Eigenkapital die Banken der größten Staaten des Euroraums benötigen würden, wenn das Eigenkapitalprivileg tatsächlich fällt. Die Abschätzung zeigt für italienische Banken mit gut neun Milliarden Euro den höchsten Kapitalbedarf. Dagegen würden die französischen Banken insgesamt nur gut drei Milliarden Euro zusätzliche Eigenmittel und die deutschen Banken knapp zwei Milliarden Euro benötigen. Da die Abschaffung des Eigenkapitalprivilegs die Konsolidierungsbemühungen des italienischen Staates erschweren würde, wäre es empfehlenswert, die Risikogewichtung für Staatsanleihen nur auf den Neukauf von Staatsanleihen anzuwenden oder lange Übergangfristen zu gewähren.

Dorothea Schäfer

Forschungsdirektorin in der Abteilung Makroökonomie



JEL-Classification: G20;G28;G01
Keywords: Basel III, bank capital requirements, government bonds, banksovereign nexus
Frei zugängliche Version: (econstor)
http://hdl.handle.net/10419/162898