Wärmemonitor 2016: die "zweite Miete" sinkt trotz gestiegenem Heizenergiebedarf

DIW Wochenbericht 38 / 2017, S. 777-785

Claus Michelsen, Nolan Ritter

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Abstract

Gut ein Fünftel des Energieverbrauchs in Deutschland entfällt auf den Raumwärmebedarf der privaten Haushalte. Die Kosten hierfür beliefen sich in einer durchschnittlichen Mietwohnung im Jahr 2016 auf etwa 562 Euro jährlich, was mehr als einer 13. Monatskaltmiete entspricht. Dies zeigen die Auswertungen des Wärmemonitors 2016, der vom DIW Berlin gemeinsam mit dem Energiedienstleister ista Deutschland GmbH jährlich auf Grundlage eines umfangreichen Datenbestands von Heizenergieabrechnungen von Mehrfamilienhäusern in Deutschland ermittelt wird. Mehrfamilienhäuser machen etwa die Hälfte des gesamten Wohnungsbestandes aus. Im Jahr 2016 ist deren Heizenergiebedarf gegenüber dem Vorjahr klima- und witterungsbereinigt um etwa zwei Prozent gestiegen, dennoch entlasteten aber die weiter gesunkenen Energiepreise erneut die privaten Haushalte bei den Heizkosten. Deutschlandweit sanken diese um rund sechs Prozent gegenüber dem Jahr 2015. Dies dürfte sich aber bei konstanten oder leicht steigenden Energiepreisen in den kommenden Heizperioden nicht weiter fortsetzen. Angesichts dieser Entwicklungen wäre es daher – neben den klimapolitischen Überlegungen – kurzsichtig, das Engagement in der Gebäudesanierung zu reduzieren, wird doch die „zweite Miete“ wesentlich durch die Energiekosten bestimmt.

Claus Michelsen

Abteilungsleiter in der Abteilung Konjunkturpolitik



JEL-Classification: R31;Q21;Q40
Keywords: apartment buildings, energy efficiency, residential heating energy demand
Frei zugängliche Version: (econstor)
http://hdl.handle.net/10419/170514