Vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember 2026 wurde die Energiesteuer auf Benzin und Diesel um 14,04 Cent je Liter gesenkt. Einschließlich Mehrwertsteuer sind das 16,7 Cent. Bund und Länder verzichten dafür auf rund 2,5 Milliarden Euro Steuereinnahmen.
Ob der Tankrabatt bei den Verbraucher*innen ankommt, ist offen. Die Steuer wird fällig, wenn der Kraftstoff die Raffinerie oder das Tanklager verlässt. Die Senkung erreicht also zuerst Raffinerien, Importeure und Großhändler. Wie viel davon an der Tankstelle ankommt, hängt vom Wettbewerb auf diesen Stufen abTomaso Duso, Ferdinand Fichtner und Sebastian Oschmann, Öl- und Tankstellenpreise: In Deutschland "rockets and feathers"-Effekt besonders hochWirtschaftsdienst, 2026, 106(10)
Tomaso Duso, Sebastian Oschmann, Kraftstoffpreise und die Rolle des Wettbewerbsifo Schnelldienst, 79(6), 28-33
Tomaso Duso, Warum sind nur in Deutschland die Benzinpreise so explodiert?Die Zeit, March 10 2026 Monopolkommission, Auslaufen des Tankrabatts richtig – nun die strukturelle Untersuchung der Raffinerie- und Großhandelsebene konsequent fortsetzen, Policy Brief 16, Juni 2026. Beim ersten Tankrabatt im Mai und Juni 2026 kam nach Berechnungen der Monopolkommission ein großer Teil an, aber nicht die ganze Senkung.
Der Tankrabatt-Monitor misst das täglich. Wir vergleichen dazu die Preisentwicklung an den Tankstellen in Deutschland mit der in Frankreich, wo es keinen Rabatt gibt. Wir berechnen die Ergebnisse täglich neu. Auf dieser Seite aktualisieren wir sie bis Ende Dezember einmal pro Woche, in der Regel donnerstags. Im Januar 2027 veröffentlichen wir eine Bewertung des gesamten Tankrabatts.

Die Grafik zeigt für Super E10, Super E5 und Diesel die durchschnittliche Preissenkung seit dem 1. Oktober im Vergleich zu Frankreich. Ein vollständig gefüllter Tank entspricht der vollen Weitergabe der Steuersenkung von 16,7 Cent je Liter. Der graue Teil ist der Anteil, der nicht an der Zapfsäule ankommt.
Quelle: Eigene Berechnungen auf Basis von Tankerkönig und prix-carburants.gouv.fr
Für Deutschland nutzen wir die Preise, die alle Tankstellen nach § 47k GWB bei jeder Änderung an die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe beim Bundeskartellamt melden müssen. Wir beziehen sie über den Dienst Tankerkönig. Für Frankreich nutzen wir die offenen Preisdaten des französischen Wirtschaftsministeriums (prix-carburants.gouv.fr), an die rund 9.800 Tankstellen melden.
Wir werten Diesel, Super E5 und Super E10 aus. Super E5 entspricht in Frankreich den Sorten SP95 und SP98, wir verwenden ihren Mittelwert. Aus allen Preismeldungen eines Tages bilden wir einen Tagesdurchschnitt je Tankstelle. Autobahntankstellen lassen wir in beiden Ländern außen vor. In Frankreich nehmen wir zudem die Tankstellen von TotalEnergies heraus, weil das Unternehmen seine Preise mit einem freiwilligen Deckel begrenzt (1,99 Euro je Liter für Benzin, 2,25 Euro je Liter für Diesel).
Insgesamt umfassen die Daten rund 15.200 Tankstellen in Deutschland und rund 9.800 in Frankreich.
Wie viel des Tankrabatts ankommt, lässt sich nicht direkt an den Preisen ablesen. Die Preise ändern sich auch aus anderen Gründen, vor allem mit dem Rohölpreis. Wir brauchen deshalb einen Vergleich, der zeigt, wie sich die deutschen Preise ohne Tankrabatt entwickelt hätten.
Dafür nutzen wir Frankreich. Die Preise in beiden Ländern folgen denselben europäischen Großhandelspreisen, und in Frankreich gibt es keinen Tankrabatt. Ändert sich der Rohölpreis, betrifft das beide Länder. Ändert sich ab dem 1. Oktober der Preisabstand zwischen Deutschland und Frankreich, führen wir das auf den Tankrabatt zurück. Dahinter steht die Annahme, dass sich der Abstand ohne Tankrabatt nicht verändert hätte.
Fachlich heißt das Verfahren Differenzen-von-Differenzen-Schätzung. Wir schätzen den Effekt für jeden Tag einzeln. Für jeden Tag seit dem 1. Oktober vergleichen wir den Preisabstand zwischen beiden Ländern mit dem Abstand am 30. September, dem letzten Tag vor dem Tankrabatt. Die Schätzung berücksichtigt feste Unterschiede zwischen einzelnen Tankstellen, etwa durch Lage oder Marke, Schwankungen, die alle Tankstellen an einem Tag gleich treffen, sowie Wochenenden, Feiertage und Schulferien in beiden Ländern.
Wir weisen das Ergebnis in Cent je Liter und als Anteil an der vollen Senkung von 16,7 Cent aus, getrennt für Diesel, Super E5 und Super E10. Die Grafik zeigt den Durchschnitt der täglichen Effekte seit dem 1. Oktober.
Die Schätzung erfasst alles, was sich ab dem 1. Oktober in Deutschland anders entwickelt als in Frankreich. Das kann auch andere Ursachen haben als den Tankrabatt. Wenn zum Beispiel viele vor dem 1. Oktober mit dem Tanken warten, kann das die Preise kurz vor dem Start beeinflussen. Das Ergebnis hängt deshalb davon ab, welchen Zeitraum vor dem Tankrabatt wir als Vergleich nehmen. Außerdem enthalten die Daten nur Preise, keine Mengen. Das Ergebnis ist deshalb ein ungewichteter Durchschnitt über alle Tankstellen.
Das Vorgehen folgt dem Monitoring der Monopolkommission zum ersten Tankrabatt im Mai und Juni 2026.
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Wieviel Rabatt kommt an der Tankstelle an? : Tankrabatt-Monitor