Blasen sind eine häufig benutzte Metapher für einen starken und ungerechtfertigten Anstieg von Preisen. Oft liegen die Anfänge einer Preisblase in Zeiten einer wirtschaftlichen Expansion. Die Preise werden in immer stärkerem Ausmaß von den Preiserwartungen getrieben, es wird auf hohe Gewinne spekuliert. Die Einschätzungen stehen zunehmend nicht mehr im Einklang mit den Werten, die aufgrund der wichtigsten sozioökonomischen Variablen - wie etwa dem Einkommen oder Bevölkerungswachstum - gerechtfertigt wären. Die Akteure verhalten sich nicht länger rational, sondern orientieren sich in ihrem Verhalten an Marktführern. Die Entwicklung gleicht einem Herdenverhalten. Die Entwicklung wird auch dadurch angeheizt, dass das Risikobewusstsein der Akteure abnimmt und Kredite leichter verfügbar werden.
Der geeignete Zeitpunkt des Ausstiegs ist für den Einzelnen kaum vorhersehbar. Aus unterschiedlichen Gründen kann die Entwicklung schließlich zum Stillstand kommen, die Ungleichgewichte werden schlagartig offenbar, die Blase platzt. Dies kann die Konjunktur einer Volkswirtschaft über einen längeren Zeitraum hinweg schwer beeinträchtigen. Die Staatsverschuldung steigt rapide an, teils weil Steuereinnahmen wegbrechen, teils weil umfangreiche Konjunkturprogramme und Hilfsmaßnahmen durchgeführt werden, auch um die drohenden Wachstumseinbußen zu begrenzen. Ein typisches Beispiel ist die US-Immobilienpreisblase, die 2007/2008 platzte und als einer der Auslöser der jüngsten Finanz- und Wirtschaftskrise gilt. Ein anderes Beispiel für eine Preisblase sind übermäßig steigende Aktienkurse, die mitunter auch mit überzogenen Investitionsaktivitäten der Unternehmen einhergehen und zum Entstehen von Überkapazitäten beitragen können.
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DIW Wochenbericht 32/2019 (PDF, 512.12 KB)"Das Risiko einer Immobilienpreisblase ist in Deutschland wie in den meisten OECD-Ländern hoch"
DIW Wochenbericht 25/2017 (PDF, 0.69 MB) "Keine Immobilienpreisblase in Deutschland – aber regional begrenzte Übertreibungen in Teilmärkten"
DIW Wochenbericht 49/2015 (PDF, 0.67 MB) "Weiter steigende Immobilienpreise, aber keine flächendeckenden Spekulationsblasen"
DIW Wochenbericht 16/2012 (PDF, 0.57 MB) "Ein Instrument zur Messung der Preisentwicklung auf dem Wohnungsmarkt: Das Beispiel Berlin"
DIW Wochenbericht 37+38/2011 (PDF, 0.65 MB) "Spekulative Preisentwicklung an den Immobilienmärkten: Elemente eines Frühwarnsystems"