Immobilienpreisblasen

Immobilienpreisblasen

Immobilienpreisblasen sind spekulativ überhöhte Bewertungen an den Immobilienmärkten. Dabei stehen die Preise zunehmend nicht mehr in Einklang mit den sozio-ökonomischen Bedingungen. Faktoren wie steigende Einkommen oder eine wachsende Bevölkerung führen zwar ebenfalls zu einer höheren Nachfrage und entsprechenden Preissteigerungen auf den Immobilienmärkten. Diese sind jedoch fundamental bedingt.

Dagegen wird eine Preisblase durch spekulative Entwicklungen getrieben. Immobilien werden in der Erwartung weiter anziehender Preise gekauft. Das Risikobewusstsein der Akteure nimmt ab, Liquiditätsrestriktionen werden weniger bindend und Kredite leichter verfügbar, weil Objekte, die den Banken als Sicherheiten geboten werden können, an Wert gewinnen. Dadurch wird die Entwicklung weiter angeheizt, so dass sich Ungleichgewichte manifestieren können. Spekulativ überzeichnete Immobilienpreise können die gesamtwirtschaftliche Nachfrage für einen bestimmten Zeitraum stimulieren. Dabei entsteht zusätzlicher Inflationsdruck, und es kommt es zu einer ineffizienten Allokation von Ressourcen.

Bei einer Umkehr der Entwicklung werden Ungleichgewichte plötzlich offenbar und können mit erheblichen realwirtschaftlichen Verwerfungen einhergehen. So können Kredite, die in Erwartung steigender Preise aufgenommen wurden, nicht mehr zurückgezahlt werden, was zu massiven Forderungsausfällen im Finanzsektor führen kann. Daher ist die Wirtschaftspolitik daran interessiert, Blasen möglichst frühzeitig zu erkennen. Die Identifikation von Blasen ist jedoch nicht einfach, weil Preissteigerungen auch fundamentale Ursachen haben können.

  • O-Ton von Konstantin A. Kholodilin
    Die Immobilienpreisblase in Deutschland ist geplatzt - Interview Konstantin A. Kholodilin
  • © DIW Berlin

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Das DIW Glossar ist eine Sammlung von Begriffen, die in der wissenschaftlichen Arbeit des Instituts häufig verwendet werden. Die hier gelieferten Definitionen sollen dem besseren Verständnis der DIW-Publikationen dienen und wichtige Begriffe aus der empirischen Wirtschafts- und Sozialforschung so prägnant wie möglich erklären. Das Glossar hat keinen Anspruch auf lexikalische Vollständigkeit.

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