Auf dem Weg zu einer "COAL-PEC"?

DIW Wochenbericht 40 / 2008, S. 603-608

Clemens Haftendorn, Christian von Hirschhausen, Franziska Holz

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Abstract

Die Bedeutung von Kohle wird heute oft unterschätzt, da sie lange als eine Ressource der Vergangenheit galt. Dabei ist Kohle nach wie vor Grundpfeiler der Stromerzeugung in den meisten Ländern: Ein Viertel des weltweiten Primärenergieverbrauchs wird durch Kohle gedeckt. Während die größten Kohleproduzenten China, USA und Indien auch gleichzeitig die größten Konsumenten sind, beteiligen sich kleinere Kohleproduzenten und -verbraucher in umfangreichem Maße am internationalen Handel. Insbesondere der seewärtige Kohlehandel hat seit Anfang der 90er Jahre stark zugenommen. In den vergangenen zwei Jahren sind auch die Preise für Importkohle deutlich gestiegen. In den letzten Wochen mussten Importeure in Europa Spitzenpreise von über 200 US-Dollar pro Tonne zahlen, ein Vielfaches des langjährigen Durchschnitts. In diesem Zusammenhang wird zunehmend die Befürchtung laut, der internationale Kohlemarkt könne sich - analog zum Ölmarkt, welcher nach wie vor von der OPEC dominiert wird - in Richtung eines Anbieterkartells entwickeln, einer "COAL-PEC". Tatsächlich war in den vergangenen Jahren eine starke Tendenz der Unternehmenskonzentration auf dem internationalen Kohlemarkt zu beobachten. Die gestiegenen Preise könnten somit auch aus Marktmacht resultieren. Weitere Gründe für den Preisanstieg sind stark steigende Nachfrage, insbesondere aus China und Indien, Kapazitätsengpässe in der Produktion und der Verschiffung sowie mangelnde Investitionen. Auch in Zukunft ist mit einem engen Markt und hohen Kohlepreisen zu rechnen.

Franziska Holz

Stellvertretende Abteilungsleiterin in der Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt



JEL-Classification: L11;L72;C69
Keywords: Coal, Energy, Market structure, Simulation model
Frei zugängliche Version: (econstor)
http://hdl.handle.net/10419/151677

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