Polarisierung der Einkommen: die Mittelschicht verliert

DIW Wochenbericht 24 / 2010, S. 2-8

Jan Goebel, Martin Gornig, Hartmut Häußermann

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Abstract

Die Einkommensgegensätze zwischen ärmeren und reicheren Haushalten nehmen in Deutschland seit der Wiedervereinigung zu. Zwar reduziert sich diese Einkommenspolarisierung in konjunkturell günstigen Phasen mit starken Beschäftigungszuwächsen. Danach aber steigt sie umso schneller wieder an. Im längerfristigen Trend ist einerseits nicht nur die Zahl der ärmeren Haushalte stetig gewachsen - sie wurden im Durchschnitt auch immer ärmer. Auf der anderen Seite gibt es im Trend immer mehr Reichere, die im Durchschnitt auch immer reicher werden. Dieser Gegensatz wird von den Menschen nicht nur als besonders ungerecht empfunden, sondern er schürt auch die Verunsicherung der Mittelschicht. Im Krisenjahr 2009 nahm zwar der Anteil der Haushalte mit hohen Einkommen ab. Das Durchschnittseinkommen der verbliebenen reichen Haushalte aber stieg weiter. Im unteren Einkommensbereich wirkte sich auch dank der unterstützenden Arbeitsmarktmaßnahmen die Finanz- und Wirtschaftkrise bislang kaum negativ aus.

Jan Goebel

Direktorium SOEP und Bereichsleitung Data-Operation und Forschungsdatenzentrum in der Infrastruktureinrichtung Sozio-oekonomisches Panel

Martin Gornig

Stellvertretender Abteilungsleiter in der Abteilung Unternehmen und Märkte



JEL-Classification: D39;I31
Keywords: Income polarization, Middle class, SOEP
Frei zugängliche Version: (econstor)
http://hdl.handle.net/10419/151972

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