22. Oktober 2014

Industrietagung

Wirtschaftliche Impulse für Europa!

Termin

22. Oktober 2014
9:00 - 17:00

Ort

Deutsche Bank AG
Eingang Charlottenstr.
Unter den Linden 13-15
10117 Berlin

Das DIW Berlin lädt Sie gemeinsam mit seinen Partnern zur Industrietagung 2014 ein.In diesem Jahr stehen zwei Aspekte im Fokus: Die Entwicklung der Weltwirtschaft und der deutschen Konjunktur sowie die Investitionstätigkeit in Europa und Deutschland. Die Investitionstätigkeit in Europa wird von Prof. Marcel Fratzscher, Präsident des DIW Berlin, beleuchtet. In einem abschließenden Streitgespräch zwischen Deutsche Bank Research und DIW Berlin wird die Frage thematisiert, ob wir  - und wenn ja wo und in welcher Höhe - eine Investitionslücke in Deutschland haben.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und bitten um verbindliche Anmeldung bis zum 17. Oktober 2014 an events@diw.de. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei.

Die Industrie- und Dienstleistungstagung fördert seit 1960 den Dialog zwischen Wirtschaft und Wissenschaft. Auf dieser Expertentagung wird die konjunkturelle Entwicklung mit Repräsentanten aus Industrie- und Dienstleistungsverbänden diskutiert. Unterstützt wird die Veranstaltung von der Vereinigung der Freunde des DIW Berlin e.V. (VdF) und der Deutschen Bank Research.

Wie entwickeln sich die Weltwirtschaft und die deutsche Konjunktur? Und wie ist es um die Investitionstätigkeit in Deutschland und Europa bestellt? Diese Fragen standen im Fokus der Industrietagung 2014, die am 22. Oktober in der Hauptstadtrepräsentanz der Deutschen Bank in Berlin stattfand.

In seinem Eingangsvortrag hob Marcel Fratzscher, Präsident des DIW Berlin, zunächst die wirtschaftspolitischen Erfolge Deutschlands der vergangenen Jahre hervor: Die Arbeitslosigkeit hat sich seit 2005 praktisch halbiert, der Bund wird 2015 voraussichtlich keine neuen Schulden machen und die deutschen Exporte sind in den vergangenen 15 Jahren stark angestiegen. Aber: „Jeder dieser Erfolge hat auch eine Kehrseite“, sagte Fratzscher. Die wichtigsten Probleme seien das geringe Wachstum, die langsam steigende Produktivität, die Vermögensungleichheit und das sinkende Nettovermögen des Staates. Als gemeinsame Ursache dieser Probleme identifizierte Fratzscher die geringe Investitionstätigkeit in Deutschland. Nach Berechnungen des DIW Berlin beträgt die Investitionslücke für Deutschland jährlich 3,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und für den Euroraum 2,0 Prozent (Wochenbericht 27/2014). Diese Lücke zu schließen „ist der einzige Weg, wie wir aus der europäischen Krise herauskommen können“, betonte Fratzscher. Anschließend diskutierte er mit den etwa 70 Teilnehmern der Industrietagung seine Kernaussagen.

Deutlich verschlechtert haben sich auch die konjunkturellen Aussichten für Deutschland und Europa. Dies illustrierte Ferdinand Fichtner, Leiter der Abteilung Konjunkturpolitik des DIW Berlin, in seinem Vortrag. „Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen mussten wir unsere ursprüngliche Prognose für 2014 und 2015 deutlich senken“, sagte Fichtner. Für dieses Jahr erwarten die Experten der an der Gemeinschaftsdiagnose beteiligten Institute nun lediglich ein Wachstum von 1,3 Prozent, für das kommende Jahr von 1,2 Prozent (Gemeinschaftsdiagnose 2014).

Dass die deutsche Industrie von Investitionen in die Infrastruktur profitieren würde, bestätigten auch Martin Theuringer von der Wirtschaftsvereinigung Stahl und Heinrich Weitz von Hauptverband der Deutschen Bauindustrie, die als Vertreter der Industrie im Panel Konjunktur mit Ferdinand Fichtner diskutierten. Mit Blick auf früheren Prognosen der Forschungsinstitute, sagte Theuringer: „Die große Euphorie, die noch Anfang des Jahres verbreitet wurden, haben wir nicht geteilt. Einen Rückfall in die Rezession erwarten wir aber nicht.“

Anknüpfend an die Ausführungen des DIW Präsidenten, beleuchtete Martin Gornig (DIW Berlin) die sektorale Dimension der Investitionslücke und stellte eine klare Forderung: „Die deutsche Industrie braucht mehr Investitionen: in Maschinen, in Beton und in Köpfe.“

Im abschließenden Streitgespräch diskutierten Stefan Schneider von Deutsche Bank Research und Ferdinand Fichtner darüber, ob wir – und wenn ja wo und in welcher Höhe – eine Investitionslücke in Deutschland haben. Fichtner wies dabei den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen eine entscheidende Rolle zu. „Sie machen es für privatwirtschaftliche Investoren unattraktiv, in Deutschland zu investieren.“ Schneider warnte indes vor voreiligen Schlussfolgerungen: „Jeder findet mehr Investitionen gut, aber wir sollten vorsichtig sein und das Kind nicht mit dem Bade ausschütten.“

Kontakt

Ralf Messer

Mitarbeiter der Serviceabteilung in der Abteilung Kommunikation

Partner