Die Vermögenseinkommen der privaten Haushalte 1991

DIW Wochenbericht 30 / 1992, S. 371-377

Klaus-Dietrich Bedau

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Abstract

Im vergangenen Jahr haben die privaten Haushalte in Deutschland ihr Geldvermögen um 238 Mrd. DM aufgestockt; daneben flossen 47 Mrd. DM in die Eigenheimfinanzierung. Der Geldvermögensbestand erreichte am Jahresende 1991 nahezu 3,4 Bill. DM; ihm standen Verpflichtungen von 310 Mrd. DM gegenüber. Mehr als vier Fünftel des Geldvermögens waren verzinslich angelegt und erbrachten mit 177 Mrd. DM an Zinsen und Dividenden (vor Steuerabzug) eine durchschnittliche Rendite von 6,5 %. Mit 5 Mrd. DM ging nur ein geringer Teil der Vermögenseinkommen an die ostdeutschen Haushalte; diese verfügen im Durchschnitt über geringere Vermögensbestände und halten davon einen kleineren Anteil in höherverzinslichen Anlageformen als die Haushalte im alten Bundesgebiet. Jeweils zwei Fünftel der Zinsen und Dividenden entfielen 1991 auf die Haushalte von Arbeitnehmern und Nichterwerbstätigen, ein Fünftel entfiel auf die Selbständigen-Haushalte. Im Durchschnitt bezogen diese erheblich höhere Vermögenseinkommen als die übrigen Haushaltsgruppen. Hier ist in Rechnung zu stellen, daß Selbständige - anders als Arbeitnehmer - ihre Alters- und Hinterbliebenenvorsorge traditionell durch Lebensversicherungen finanzieren; fast die Hälfte der den westdeutschen Selbständigen-Haushalten zugute kommenden Vermögenseinkommen sind Zinsgutschriften auf Lebensversicherungen. Die durchschnittlichen Vermögenserträge der westdeutschen Rentner- und Pensionärs-Haushalte übertrafen im Berichtsjahr die der Arbeitnehmer-Haushalte; in den neuen Bundesländern war das nicht der Fall.


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