DIW Wochenbericht 4 / 1989, S. 46-51
Jürgen Blazejczak
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Untersuchungen der mittelfristigen Perspektiven der wirtschaftlichen Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland zeigen, daß die Arbeitslosigkeit auch in den 90er Jahren unter Status-quo-Bedingungen unerträglich hoch bleiben wird. Darauf hat auch das DIW hingewiesen. Selbst wenn sich die kurzfristigen Wachstumsaussichten inzwischen günstiger darstellen als damals vorausgesehen, bleibt es im Kern bei dieser Aussage, zumal aktualisierte Vorausschätzungen der Bevölkerung bis zum Jahr 2000 ein erheblich höheres Angebot an Arbeitskräften erwarten lassen als vor zwei Jahren angenommen. Nach wie vor ist es daher unerläßlich, die vorhandenen Möglichkeiten zur Eindämmung der Arbeitslosigkeit auszuschöpfen. Das DIW hat wiederholt für eine umfassende Modernisierungsstrategie plädiert, die nicht nur Impulse der wirtschaftspolitischen Instanzen, sondern auch Verhaltensänderungen bei allen am 'Wirtschaftsprozeß Beteiligten voraussetzt. Mit Hilfe von Modellrechnungen konnte gezeigt werden, daß eine solche Strategie zu einer wesentlichen Verringerung der Arbeitslosigkeit führt. Von entscheidender Bedeutung für den Erfolg ist dabei das Zusammenwirken der Akteure und die Bündelung verschiedener Strategien. Eine Wirtschaftspolitik, die ausschließlich auf die beschleunigte Einführung von Innovationen setzt, ist nicht geeignet, die Arbeitsmarktprobleme, die bis zum Jahr 2000 absehbar sind, zu lösen. Eine Strategie verstärkter Innovationen eröffnet aber über eine Verbesserung der Wachstumsperspektiven Spielräume für weitere, auf Beschäftigungssteigerung ausgerichtete wirtschaftspolitische Maßnahmen. Dies ist auch Ergebnis einer Studie des DIW, bei der die Beschäftigungswirkungen einer Innovationsstrategie für den industriellen Sektor untersucht worden sind.
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