DIW Wochenbericht 51/52 / 1983, S. 625-632
Jochen Bethkenhagen
get_appGesamtausgabe/ Whole Issue (PDF 2.02 MB)
Mit Ausnahme von Rumänien sind die kleineren RGW-Staaten in ihrer Erdöl- und Erdgasversorgung in großem Umfang von der UdSSR abhängig. Bisher waren diese osteuropäischen Länder nicht in der Lage, die Verteuerung der Energieimporte durch Warenexporte auszugleichen; vielmehr stieg der sowjetische Exportüberschuß ständig. Dies dürfte die UdSSR bewogen haben, die Erdöllieferungen in die RGW-Staaten von 1982 an um 10 vH zu kürzen. Das Finanzierungsproblem wurde noch durch eine offensichtliche Änderung der Preisbildung für Erdöl und Erdgas verschärft. Infolge der Verkürzung der Referenzperiode von fünf auf drei Jahre ist der Abstand zwischen den sowjetischen Verrechnungspreisen für Erdöl und Erdgas zu den Weltmarktpreisen vermindert worden. Dies entspricht einer zusätzlichen Preissteigerung um 20 vH. Die Vergrößerung des Anteils von Energierohstoffen an den sowjetischen Lieferungen nach Osteuropa ist einer "Qualitätsverbesserung" der sowjetischen Exportwarenstruktur gleichzusetzen. Da im RGW-Intrablockhandel weltmarktfähige Waren grundsätzlich nur im bilateralen Ausgleich getauscht werden, wird eine stärkere Ausweitung qualitativ höherwertiger Warenexporte in die UdSSR notwendig.
Themen: Ressourcenmärkte, Energiewirtschaft
Die Publikation ist gemäß der Creative-Commons-Lizenz CC-BY-4.0 nachnutzbar: https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/