DIW Konjunkturbarometer September: Kräftige Erholung macht Einbruch noch nicht wett

Pressemitteilung vom 30. September 2020

Im September zieht das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) weiter an und legt deutlich auf 119 Punkte zu. Nach dem Lockdown im Frühjahr erholt sich die deutsche Wirtschaft kräftig – die Wirtschaftsleistung dürfte im dritten Quartal um knapp sechs Prozent höher ausgefallen sein als im zweiten Vierteljahr. Damit hat sie aber nur knapp die Hälfte des Einbruchs vom ersten Halbjahr wettgemacht.

Und in den kommenden Quartalen dürfte sich das Tempo der Erholung deutlich reduzieren: In den vergangenen Monaten hatten sich viele Indikatoren zwar rasch erholt, zuletzt aber weniger dynamisch. Und diese Verlangsamung dürfte sich bis ins kommende Jahr fortsetzen.

Noch immer ist die Pandemie nicht überwunden, und die Sorgen vor einer zweiten Welle nehmen zu. Die Verbraucherinnen und Verbraucher, vor allem aber die Unternehmen, werden ihre Ausgaben zunächst vorsichtig abwägen und im Zweifel nicht erforderliche Anschaffungen verschieben. Dieser Zurückhaltung wirkt die vorübergehende Mehrwertsteuersenkung zwar entgegen. Dennoch wird es bis weit in das kommende Jahr dauern, bis die Konsumausgaben wieder ihr Vorkrisenniveau erreicht haben. Bei den Ausrüstungsinvestitionen dürfte es sich sogar noch länger hinziehen. Hier bremsen nicht nur die trüben Absatzperspektiven auf ausländischen Märkten die Investitionen, sondern auch die Tatsache, dass die Krise einen Teil des Eigenkapitals weggeschmolzen hat.

Das nächste DIW Konjunkturbarometer erscheint am Mittwoch, den 28. Oktober 2020.

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Themen: Konjunktur

Claus Michelsen

Abteilungsleiter in der Abteilung Konjunkturpolitik

Simon Junker

Stellvertretender Abteilungsleiter in der Abteilung Konjunkturpolitik