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DIW Konjunkturbarometer Dezember: Corona-Rückfall bei den Dienstleistern

Pressemitteilung vom 21. Dezember 2021

Im Dezember gibt das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) erneut nach und fällt um einen Punkt auf einen Stand von 96 Zählern. Damit zeigt sich mehr und mehr, dass auch die aktuelle Corona-Welle wieder tiefe wirtschaftliche Wunden reißen wird und insbesondere die rasant um sich greifende Omikron-Variante für große Verunsicherung sorgen dürfte. Im Schlussquartal wird die deutsche Wirtschaft wohl leicht schrumpfen.

Von den Auswirkungen der aktuellen Corona-Welle direkt betroffen ist die Dienstleistungsbranche: Im Zuge des Infektionsschutzes muss das Angebot teilweise eingeschränkt werden – so darf etwa unter der 2G-Regel die Gastwirtschaft vielerorts ihre Leistungen nur Geimpften und Genesenen zur Verfügung stellen, in Landkreisen mit besonders hohen Inzidenzen besteht gar ein allgemeines Beherbergungsverbot. Teils nehmen aber viele Menschen auch freiwillig davon Abstand, kontaktintensive Dienste zu nutzen. „Alles in allem dürfte die Wertschöpfung der betroffenen Branchen wie auch im vergangenen Winter massiv zurückgefahren werden – wenngleich durch die mittlerweile erzielten Impffortschritte unterm Strich mehr an Aktivität möglich sein dürfte als vor rund einem Jahr“, sagt Simon Junker, DIW-Experte für die Konjunktur in Deutschland. Dafür spricht, dass sich bis zuletzt die Lageeinschätzung in den betroffenen Branchen nicht ganz so drastisch eingetrübt hat wie im vergangenen Winter.

Die Produktion in der Industrie war zuletzt erheblichen Schwankungen unterworfen: Im Oktober (neuere Daten stehen noch nicht zur Verfügung) konnte ein Teil der vorangegangenen Produktionseinbußen wettgemacht werden - vor allem in der besonders betroffenen Automobilindustrie, aber auch im Maschinenbau. Immerhin lag die Produktion damit zum Auftakt des bald auslaufenden Quartals fast ein Prozent höher als im Durchschnitt des vorangegangenen. „Angesichts der üppigen Auftragslage wird der Industriemotor früher oder später anspringen und die Konjunktur merklich ankurbeln – wegen der anhaltenden, massiven Lieferengpässe aber wohl erst später – und zwar im Laufe des kommenden Jahres“, so Junker weiter. „Ein weiterer Unsicherheitsfaktor dabei ist auch die hochansteckende Omikron-Variante, die konkrete Prognosen erschwert.“

Das nächste Konjunkturbarometer erscheint am Donnerstag, den 27. Januar 2022.

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Themen: Konjunktur

Simon Junker

Stellvertretender Abteilungsleiter in der Abteilung Konjunkturpolitik

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