Statement vom 30. Oktober 2024
Das Statistische Bundesamt hat heute bekannt gegeben, dass die deutsche Wirtschaft im dritten Quartal um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal gewachsen ist. Dazu eine Einschätzung von Jan-Christopher Scherer, Konjunkturexperte und Leiter der Prognose für die deutsche Wirtschaft im Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin):
Die deutsche Wirtschaft sendet vorsichtige Signale der Belebung. Nach dem leichten Zuwachs der Wirtschaftsleistung im dritten Quartal umschifft Deutschland die technische Rezession. Gleichwohl bleibt die konjunkturelle Entwicklung insgesamt eingetrübt, denn gleichzeitig war das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal nun stärker rückläufig als zuvor ausgewiesen. Dennoch geben die heutigen Zahlen Grund zu vorsichtigem Optimismus, denn mit dem Konsum konnte die wichtigste inländische Komponente zulegen. Auch zum Jahresende dürfte der Konsum die konjunkturelle Dynamik stützen, da die Verbraucher*innen von der mittlerweile deutlich gesunkenen Inflation und den robusten Tariflohnsteigerungen profitieren und sich die Konsumstimmung weiter deutlich aufgehellt hat. Von den Investitionen sind trotz der eingeleiteten Zinswende der Europäischen Zentralbank aber weiterhin keine Impulse zu erwarten: Vor allem das Verarbeitende Gewerbe leidet unter der schlechten Stimmung in den Unternehmen und der anhaltend hohen politischen Unsicherheit. Insgesamt dürfte die deutsche Wirtschaft 2024 stagnieren.
Themen: Konjunktur