Interview vom 15. April 2024
Jemand schenkt Ihnen 100.000 Euro, was tun Sie damit? Und mit einer Million? Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung hätte da ein paar Tipps. Auch für den deutschen Finanzminister.
Dieses Interview mit Marcel Fratzscher erschien am 15. April 2024 bei ZEIT Wissen.
Ein kalter Wintermorgen in Berlin-Mitte: Schnee treibt durch die Straßen, als wir auf den massigen Bau der ehemaligen Allianz- und Lebensversicherungsbank zueilen. Erbaut in der typischen neoklassizistischen Architektur des »Dritten Reichs«, ist das Gebäude seit 2007 Sitz des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Marcel Fratzscher, Präsident des DIW, empfängt uns in seinem Büro mit holzgetäfelten Wandschränken. Ein großes Foto gegenüber seinem Schreibtisch zeigt Bauern, die mit Ferkeln handeln. Fratzscher sagt: »Ein Sinnbild für den Schweinezyklus« – ein in der Ökonomie bekannter Begriff für das Auf und Ab von Angebot und Nachfrage. In seinem Rücken hängt ein anderes großes Foto: von der verschwommenen Kuppel des Reichstags.
Professor Fratzscher, angenommen, auf der Erde landet ein Außerirdischer. Er beobachtet uns Menschen eine Weile und kommt dann zu Ihnen und fragt Sie, was die Menschen da eigentlich alle in ihren Hosen- und Jackentaschen für Beutel haben. Was das ist, was sie immer zücken, wofür sie Bananen, Autos, Massagen, Bücher und alles andere bekommen?
Ich würde ihm sagen, dass das Geld ist – ein Aufbewahrungsmittel für die Mühen ihrer Arbeit. Das sie für Dinge nutzen können, die sie haben wollen, selber aber nicht herstellen können. Und es verschafft ihnen eine Sicherheit: dass sie für Arbeit, die sie heute leisten, auch in der Zukunft noch solche Dinge bekommen. Es gibt ihnen die Möglichkeit, sich auf das zu konzentrieren, was sie gut könne.
Das vollständige Interview lesen Sie bei Zeit Wissen.
Themen: Öffentliche Finanzen