Erneuerbare Energien: Risikoabsicherung wird zu zentraler Aufgabe der Förderinstrumente

DIW Wochenbericht 39 / 2017, S. 797-804

Nils May, Ingmar Jürgens, Karsten Neuhoff

get_appBeitrag (PDF  382 KB)

Abstract

Die Kosten erneuerbarer Energien sind stark gefallen. Nun spielen die Finanzierungskosten neuer Anlagen eine immer größere Rolle für die Gesamtkosten der Energiewende. Dadurch wird das primäre Ziel von Förderinstrumenten für erneuerbare Energien die Realisierung kostengünstiger Finanzierungsbedingungen für Investitionen. Dieser Bericht vergleicht die Auswirkungen verschiedener Politikinstrumente auf Risikofaktoren und somit auf Finanzierungskosten für Investitionen in die Energiewende. Insbesondere für so genannte grüne Zertifikate und fixe Marktprämien zeigt die Analyse – basierend auf der Auswertung einer Umfrage und auf Berechnungen – signifikante Zuschläge bei den Finanzierungskosten. Diese werden an EndkundInnen weitergegeben. Bei der Weiterentwicklung der Fördermechanismen, wie aktuell im Kontext der EU-Erneuerbare-Energien-Richtlinie für die Periode 2020 bis 2030 diskutiert, sollten deswegen unnötige Risiken für Investoren vermieden werden, die zu höheren Finanzierungskosten führen.

Ingmar Jürgens

Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Klimapolitik

Nils May

Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Klimapolitik

Karsten Neuhoff

Abteilungsleiter in der Abteilung Klimapolitik



JEL-Classification: Q42;Q55;O38
Keywords: Investments, Long-term contracts, Financing costs, Renewable energy policies