Einkommensverteilung in Deutschland von 1871 bis 2013: Erneut steigende Polarisierung seit der Wiedervereinigung

DIW Wochenbericht 3 / 2018, S. 51-58

Charlotte Bartels

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Abstract

Erstmals in Deutschland wird die Einkommensverteilung über einen Zeitraum von rund 140 Jahren präsentiert. Über alle politischen und wirtschaftlichen Turbulenzen des 20. Jahrhunderts hinweg hat sich vor allem der Einkommensanteil der Top-Zehn-Prozent wenig verändert: Auf Basis von Steuerdaten lag er sowohl 1913 als auch 2013 bei rund 40 Prozent des Volkseinkommens. Der Anteil des Top-Ein- Prozents war mit 13 Prozent im Jahr 2013 hingegen niedriger als vor 100 Jahren, als dessen Anteil noch 18 Prozent betrug. Beide Gruppen haben aber seit der Nachkriegszeit deutlich zulegen können. In den vergangenen Jahrzehnten hat vor allem die untere Hälfte der Bevölkerung verloren: Erhielt sie 1960 noch mehr als 30 Prozent des Volkseinkommens, waren es 2013 nur noch 17 Prozent (vor Steuern und staatlichen Transferleistungen). Während sich in den siebziger und achtziger Jahren vergleichsweise wenig in der Einkommensverteilung der alten Bundesrepublik änderte, steigt seit der Wiedervereinigung die Einkommenskonzentration in Deutschland.

Charlotte Bartels

Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Infrastruktureinrichtung Sozio-oekonomisches Panel



JEL-Classification: D31;I31;I32
Keywords: top incomes, inequality, concentration, income tax records
DOI:
https://doi.org/10.18723/diw_wb:2018-3-1