In den vergangenen Wochen haben sich die Aussichten für die Weltwirtschaft und insbesondere für die USA verschlechtert. Die US-amerikanische Zentralbank hat darauf prompt reagiert, indem sie die kurzfristigen Zinsen in zwei Schritten senkte und damit den restriktiven geldpolitischen Kurs lockerte. Auch die EZB sollte die Zinsen zügig senken, um so angesichts der moderaten Lohnentwicklung und günstiger Aussichten für die Preisentwicklung das Wachstum im Euroraum zu unterstützen und zu festigen. Die zu erwartende weitere Aufwertung des Euro sowie die fortgesetzte Abschwächung des Geldmengenwachstums und des Preisanstiegs dürften es der EZB erleichtern, von dem derzeit restriktiven geldpolitischen Kurs abzugehen. Um eine Zinssenkung konsistent begründen zu können, müsste die EZB allerdings von ihrer bisher vertretenen Annahme eines mit nur 2¼ % wachsenden Produktionspotentials abrücken und entsprechend auch ihre Inflationsprognose reduzieren.
Themen: Geldpolitik, Finanzmärkte, Europa
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