Lohnmobilität von jüngeren Geringverdienern in Deutschland

Vierteljahrshefte zur Wirtschaftsforschung 4 / 2011, S. 13-30

Daniel D. Schnitzlein, Jens Stephani

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Abstract

Anhand von Befragungsdaten sowie administrativen, verbundenen Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Daten untersucht dieser Beitrag die Lohnmobilität von jüngeren, unter 35 Jahre alten Geringverdienern in Deutschland im Zeitraum 1995 bis 2010. Deskriptiv zeigt sich, dass der Anteil der Geringverdiener in dieser Altersgruppe seit Mitte der 90er Jahre signifikant gestiegen ist und deutlich höher liegt als der Anteil an allen Beschäftigten. Die Aufstiegschancen der jüngeren Geringverdiener lagen dabei stets über denen aller Geringverdiener. Im Zeitverlauf sind ein Abfall der Aufstiegsmobilität in den späten 90er Jahren sowie ein erneuter Anstieg im Verlauf des neuen Jahrtausends zu beobachten. Multivariate Analysen unter Verwendung bivariater Probitmodelle mit endogener Selektion weisen darauf hin, dass Frauen schlechtere Aufstiegschancen haben als Männer. Das individuelle Bildungsniveau der jüngeren Geringverdiener ist ein wichtiger Erklärungsfaktor des individuellen Aufstiegs. Des Weiteren spielen Merkmale des Arbeitgebers, wie zum Beispiel die Betriebsgröße und die Zusammensetzung der Belegschaft, eine wichtige Rolle.

Using survey data and administrative linked employer-employee data, this article analyzes the wage mobility of young (less than 35 years of age) low-wage earners in Germany during the period 1995- 2010. Descriptive results show that the share of low-wage earners among young workers has increased since the mid-90s and is clearly higher than the share among all workers. During the same period, the upward mobility of young low-wage workers was always higher compared to all low-wage workers. Over time we find a decrease in upward mobility in the late 90s and an increase in the following years. Based on bivariate Probit models with endogenous selection our results show less upward mobility for women compared to men. Education is an important determinant for upward mobility. In addition, we find that employer characteristics like for example the number of employees or the composition of the workforce do matter for upward mobility.

Daniel D. Schnitzlein

Juniorprofessor in der Infrastruktureinrichtung Sozio-oekonomisches Panel



JEL-Classification: J30;J60
Keywords: Germany, low-wage mobility, wage inequality
DOI:
https://doi.org/10.3790/vjh.80.4.13
Frei zugängliche Version: (econstor)
http://hdl.handle.net/10419/99667