Große Erwartungen? Deutschlands Erholung von der Weltwirtschaftskrise 1932-1936

Abgeschlossenes Projekt

Abteilung

Makroökonomie

Projektleitung

Prof. Dr. Philip Jung, Prof. Dr. Alexander Kriwoluzky, Prof. Dr. Moritz Schularick

Projektzeitraum

1. Januar 2016 - 31. Januar 2019

Auftraggeber*innen

Deutsche Forschungsgemeinschaft(DFG), Schwerpunktprogramm 1859

Kooperationspartner*innen

Technische Universität Dortmund, Universität Bonn

Das übergeordnete Ziel des Projekts ist es, die Entwicklung der Erwartungen bezüglich wichtiger makroökonomischer Variablen in Deutschland zwischen 1932 und 1934 zu beschreiben und zu analysieren und diese Erkenntnisse zu nutzen, um ihre Bedeutung für die deutsche Erholung nach der Weltwirtschaftskrise in einem strukturellen makroökonomischen Modell zu bewerten. Wir wollen qualitative und quantitative Beweise zur Entwicklung der Erwartungen in diesem kritischen Zeitraum der deutschen Geschichte sammeln und sie mit dem zyklischen Verlauf der Erholung in Verbindung bringen. Durch die Kombination von Mikro- und Makrobeweisen erfordert das Projekt umfangreiche Archivarbeit, die von Doktoranden durchgeführt wird, die an der Schnittstelle zwischen Wirtschaftsgeschichte und Makroökonomie arbeiten. Jeder Teil des Projekts erfordert spezialisierte Fähigkeiten, die von einem der Kooperationspartner bereitgestellt werden. Es ist jedoch die Interaktion zwischen den drei Teilen des Projekts, die überzeugende Brücken zwischen Wirtschaftsgeschichte, Makroökonometrie und makroökonomischer Theorie schlagen wird.

Das Gesamtprojekt besteht aus drei Teilen. Das Ziel des ersten Teils ist eine detaillierte deskriptive Analyse der deutschen Wirtschaft von 1925 bis 1935 auf monatlicher Basis. Zu diesem Zweck werden wir detaillierte Sektordaten zu Produktion, Löhnen und Preisen aus dem Konjunkturstatistischen Handbuch von 1936 digitalisieren und analysieren. Die statistische Analyse wird auf modernen Zeitreihen-Techniken basieren, um mit großen Datenmengen umzugehen. Das wichtigste Ergebnis wird ein viel detaillierteres Verständnis des zyklischen Verlaufs der deutschen Erholungsprozesse sein.

Der zweite Teil des Projekts konzentriert sich auf die Erwartungsbildung der wirtschaftlichen Akteure in Deutschland in den Jahren 1932-34. Unser Ziel ist es, detaillierte Erwartungen auf Mikroebene aus einzelnen Firmenarchiven sowie Makroerwartungen aus der Finanzpresse, den Finanzmärkten und Prognosen von Forschungsinstituten und Wirtschaftsverbänden zu extrahieren. Dieser Teil bildet den historischen Kern des Forschungsprojekts. Er wird es uns ermöglichen, die Ergebnisse der statistischen Analyse aus dem ersten Teil mit qualitativen und quantitativen Informationen zur Erwartungsbildung der historischen wirtschaftlichen Akteure zu vergleichen. Im dritten Teil des Projekts werden wir die Ergebnisse der ersten beiden Teile nutzen, um zu bewerten, welche Rolle sich verändernde Erwartungen für die deutsche Erholung in den 1930er Jahren spielten. Wir werden ein strukturelles dynamisches makroökonomisches Modell entwickeln, das verschiedene Erklärungen für die deutsche Erholung integriert. Wir kalibrieren das Modell mit den Daten und quantifizieren die relative Bedeutung verschiedener Faktoren bei der Erklärung der deutschen Erholung von 1932 bis 1934.

DIW Team

Themen: Konjunktur

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