Eigentlich schlägt in solchen Krisensituationen die Stunde der Politik. Mehr denn je sind kluge Lösungen gefragt, die die neue Wohnungsmarktkrise an den Hörnern packen. Bislang, so scheint es, wird im zuständigen Bauministerium noch überlegt, was sinnvollerweise zu tun ist. Rezepte, die schon während der äußerst günstigen Rahmenbedingungen der letzten zehn Jahre nicht funktionierten, sollten dabei aber besser in der Mottenkiste bleiben. Gegen den Zinsanstieg und die höheren Baukosten lässt sich auch mit einem vervielfachten Baukindergeld oder ähnlichen Zuschüssen in der Breite kaum ansubventioinieren.
Sinnvoller wäre es, die vorhandenen Mittel zu konzentrieren und dort einzusetzen, wo die Härten der Wohnungsmarktkrise am größten sind und wo in den letzten Jahren ohnehin viel zu wenig passiert ist. Der soziale Wohnungsbau ist in der langen Phase niedriger Zinsen deutlich zu kurz gekommen. Gerade einmal 20.000 Sozialwohnungen wurden im vergangenen Jahr neu errichtet. Viel zu wenig, um den seit Jahrzehnten immer geringeren Bestand dieser Wohnungen zu stabilisieren. Versprochen waren 100.000 bezahlbare Wohnungen jährlich. Nun, da Kapazitäten im Bausektor frei werden und der Bedarf an kostengünstigem Wohnraum auch und gerade wegen der starken Zuwanderung groß ist, sollte dem Vorhaben ein neuer Ruck gegeben werden. Zinsvorteile, aber auch Zuschüsse können attraktive Alternativen für viele Projektentwickler sein, die den Einbruch der Nachfrage auf dem regulären Neubaumarkt kompensieren wollen.