DIW Energiewende-Monitor

Stand und Trends der Energiewende

Der DIW Energiewende-Monitor gibt auf Basis ausgewählter Indikatoren einen Überblick über den aktuellen Stand und die Trends in drei wichtigen Teilbereichen der Energiewende: erneuerbarer Strom, Elektrifizierung und Flexibilität für das Energiesystem. Dabei liegt der Fokus auf den Entwicklungen des letzten Halbjahres. Die Abbildungen auf dieser Website werden mindestens zweimal pro Jahr aktualisiert.

Datenstand und Datenquellen

Der aktuelle Datenstand ist erste Halbjahr 2026. Die Datengrundlage ist die Datenplattform Open Energy Tracker, auf der noch mehr und laufend aktualisierte Daten zur Energiewende quelloffen und unter einer freien CC-BY-4.0-Lizenz bereit gestellt werden. Dort sind auch englische und französische Übersetzungen verfügbar.

Trends bei erneuerbaren Energien

Für die Photovoltaik (PV) und die Windkraft gibt es langfristige gesetzliche Ausbauzielpfade, die im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) beziehungsweise im Wind-auf-See-Gesetz festgeschrieben sind. Im Folgenden liegt der Fokus auf dem Vergleich des aktuellen Ausbaustands mit den mittelfristigen Zielen für das Jahr 2030. Zunächst wird auf die absolute installierte Leistung geblickt, dann auf das Ausbautempo des vergangenen Halbjahres.

Stromerzeugungsleistung erneuerbarer Energien: Stand und Ziele 2030

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Mitte 2026 war in Deutschland eine Photovoltaikleistung von rund 126 Gigawatt (GW) installiert. Dies entspricht 58 Prozent der Leistung, die im Jahr 2030 installiert sein soll (Abbildung 1). Die Windkraft an Land ist mit einer installierten Leistung von gut 70 GW etwas näher an ihrem Ziel (61 Prozent). Anders sieht es bei der Windkraft auf See aus: Hier waren Mitte 2026 erst knapp elf GW installiert, ein gutes Drittel des für 2030 anvisierten Wertes (36 Prozent).

Ausbaugeschwindigkeit von Solar- und Windenergie im ersten Halbjahr 2026

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Um die aktuelle Dynamik bei den erneuerbaren Energien zu bewerten, wird ihr Ausbautempo des vergangenen Halbjahres mit dem Tempo verglichen, das im Durchschnitt nötig wäre, um vom aktuellen Stand aus das 2030er Ziel zu erreichen. Die Photovoltaik wächst nach wie vor am schnellsten, allerdings muss auch sie ihr Ausbautempo noch steigern. Im vergangenen Halbjahr lag es bei 79 Prozent des nötigen Tempos. Die Windkraft an Land hat derzeit noch ein deutlich größeres Tempodefizit als die Photovoltaik. Im letzten Halbjahr wuchs sie mit 42 Prozent der Geschwindigkeit, die für das 2030-Ziel nötig wäre. Allerdings befinden sich aktuell die Genehmigungen für neue Anlagen auf einem historischen Höchststand, so dass die Windkraft an Land künftig deutlich schneller wachsen kann als zuletzt. Die Windkraft auf See kam zuletzt auf rund die Hälfte (52 Prozent) des eigentlich benötigten Ausbautempos.

Trends bei der Sektorenkopplung

Elektrofahrzeuge und Wärmepumpen sind die wichtigsten Technologien für die Dekarbonisierung der Verkehrs- und Wärmesektoren mit Hilfe von erneuerbarem Strom. Für sie gibt es keine ähnlich belastbaren, gesetzlich definierten Ziele wie für Windkraft und Photovoltaik. Stattdessen wird der aktuelle Bestand von Wärmepumpen mit der Gesamtzahl von Wärmepumpen in Klimaneutralitätsszenarien des Umweltbundesamts verglichen. Der elektrische Fahrzeugbestand wird mit der gesamten aktuellen Fahrzeugflotte verglichen. Um die Dynamik zu erfassen, werden die Marktanteile von Wärmepumpen an den Neuinstallationen aller Wärmeerzeuger sowie die Neuzulassungsanteile von Elektrofahrzeugen betrachtet.

Wärmepumpen und Elektrofahrzeuge in Deutschland

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Aktuell gibt es in Deutschland rund 2,1 Millionen Heizungswärmepumpen. Dies entspricht erst rund 12 Prozent des langfristigen Bestands in UBA-Klimaschutzszenarien. Elektrofahrzeuge sind im Vergleich dazu noch weniger verbreitet. Mitte 2026 gab es 2,3 Millionen rein batterieelektrische Pkw, dies entsprach einem Anteil an der gesamten Pkw-Flotte von knapp fünf Prozent. Bei den Lkw betrug der Flottenanteil rein elektrischer Fahrzeuge gut drei Prozent, bei den Sattelzugmaschinen war es gut ein Prozent.

Marktanteile von Wärmepumpen an neuinstallierten Heizungen und von Elektrofahrzeugen an Neuzulassungen

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Zuletzt war fast jede zweite in Deutschland neu verkaufte Heizung eine Wärmepumpe (Daten für Q1 2026). Die Neuzulassungsanteile von Elektrofahrzeugen waren dagegen im noch vergleichsweise niedrig. Ungefähr jedes vierte neue Auto war im ersten Halbjahr 2026 rein batterieelektrisch (24,8 Prozent). Bei den Lkw und Sattelzügen machten Elektrofahrzeuge mit 12,1 und 5,7 Prozent der Neuzulassungen noch einen deutlich geringeren Teil aus. Die Dynamik ist bei den Neuzulassungen von Elektro-Sattelzügen aqber besonders hoch.

Flexibilität im Energiesystem

Mit den steigenden Anteilen fluktuierender Stromerzeugung aus Windkraft- und PV-Anlagen steigt der Bedarf an Flexibilität im Energiesystem. Sie kann z.B. von steuerbaren Kraftwerken bereitgestellt werden oder von Stromverbrauchern, die ihre Nachfrage zeitlich verschieben können. Hinzu kommen verschiedene Arten von Energiespeichern (vgl. Ariadne-Explainer). Da Flexibilität im Stromsystem unterschiedliche zeitliche und räumliche Ausprägungen hat, gibt es keine einfache Metrik für die Messung des Flexibilitätsbedarfs. Im Folgenden wird exemplarisch ein Indikator genutzt, der einen Hinweis auf zeitweise auftretende Ungleichgewichte von Angebot und Nachfrage gibt: Stunden mit negativen Strommarktpreisen. Außerdem wird die Entwicklung bei Stromspeichern dargestellt. Für Speicher gibt es weder konkrete politische Ziele noch eindeutige Bedarfsanalysen aus der Energiesystemanalyse. Zur Einordnung werden die Kapazitäten in Bezug gesetzt zur durchschnittlichen Stromnachfrage.

Stunden mit negativen Strompreisen und Markterlöse in diesen Stunden

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Im ersten Halbjahr 2026 gab es 291 Stunden mit negativen Preisen. Das waren fast sieben Prozent aller Stunden und damit deutlich mehr als im zweiten Halbjahr 2025, aber etwas weniger als im ersten Halbjahr 2025. Multipliziert man den Marktpreis mit der gesamten Stromerzeugungsmenge in diesen Stunden, erhält man die rechnerischen negativen Markterlöse der Negativpreisstunden. Zuletzt betrug ihre Summe rund 430 Millionen Euro – der bisherige Rekordwert. Somit hat sich die Problematik negativer Preise am Strommarkt noch nicht entspannt.

Installierte Leistung und Kapazität von Stromspeichern

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Mitte 2026 betrug die gesamte in Deutschland installierte Stromspeicherleistung 28,3 Gigawatt. Dies entspricht rund 47 Prozent der durchschnittlichen Stromnachfrage. Rund die Hälfte dieser Speicherleistung machen mittlerweile Heimspeicherbatterien aus, die mit Aufdachsolaranlagen gekoppelt sind. Allerdings folgt der Einsatz dieser Heimspeicher in der Regel nicht den Großhandelspreisen für Strom, sondern dient der Optimierung des Eigenverbrauchsvorteile von Photovoltaikstrom. Pumpspeicher haben den zweitgrößten Anteil an der installierten Speicherleistung. Sie werden von ihren Betreibern marktorientiert eingesetzt, unter anderem für Arbitragegeschäfte im Großhandelsmarkt für Strom: Dabei wird Strom in Stunden mit niedrigen Marktpreisen günstig eingespeichert und später in Stunden mit hohen Preisen wieder ausgespeichert. Auch Großbatterien werden zunehmend für solche Arbitragegeschäfte eingesetzt.

Die gesamte installierte Speicherkapazität betrug Ende 2025 84,4 Gigawattstunden (GWh). Dies entsprach knapp sechs Prozent des durchschnittlichen täglichen Stromverbrauchs. An dieser Speicherkapazität haben Pumpspeicher mit rund zwei Dritteln immer noch den mit Abstand größten Anteil.

Zubau von Speicherleistung und Speicherkapazität

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Im ersten Halbjahr 2026 sind die Heimbatteriespeicher absolut betrachtet zwar noch am stärksten gewachsen, ihr Zubau war aber rückläufig. Dagegen haben von Großbatterien stark aufgeholt, sowohl im Hinblick auf die Leistung als auch auf die Kapazität. Ihr Zubau hat sich gegenüber dem zweiten Halbjahr 2025 ungefähr verdoppelt.

DIW Wochenbericht 7/2026: Energiewende kommt voran – aber noch zu langsam

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DIW Energiewende-Monitor: Energiewende kommt voran – aber noch zu langsam

"fossilfrei" - der Energiewendepodcast des DIW Berlin

Der Podcast fossilfrei ist eine Art Tonspur zum DIW Energiewende-Monitor. Dort werden regelmäßig und meist mit Gästen aktuelle Themen der Energiewende im Langformat besprochen und eingeordnet.

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