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DIW Wochenbericht

42 / 2016 Hochvermögende in Deutschland unterscheiden sich nicht nur anhand ihres Vermögens von anderen Bevölkerungsgruppen Miriam Ströing, Markus M. Grabka, Wolfgang Lauterbach S. 999-1006

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Abstract:

Im Rahmen einer nicht repräsentativen Sondererhebung wurde die Lebenssituation hochvermögender Haushalte mit mindestens einer Million Euro Geldvermögen erhoben und der Situation durchschnittlicher Haushalte aus repräsentativen Stichproben gegenübergestellt. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass ein hohes Geldvermögen auch mit einem hohen Nettovermögen als auch einem weit überdurchschnittlichen Haushaltsnettoeinkommen einhergeht. In der Gruppe der befragten Hochvermögenden sind Selbständige und Unternehmer gegenüber dem Bevölkerungsdurchschnitt deutlich überrepräsentiert. Erwartungsgemäß hat bei den befragten Hochvermögenden das Betriebsvermögen eine besondere Bedeutung und macht einen nennenswerten Anteil des Gesamtvermögens aus. Die befragten hochvermögenden Haushalte haben überdurchschnittlich häufig und überdurchschnittlich hohe Erbschaften und Schenkungen erhalten. Während in der Gesamtbevölkerung (Haushaltsvorstände ab 40 Jahren) etwas mehr als ein Drittel bisher eine Erbschaft oder Schenkung empfangen hat, beträgt dieser Anteil gut drei Viertel. Bei zwei Dritteln der befragten Hochvermögenden war die empfangene Erbschaft oder Schenkung (mit) maßgeblich für den Vermögensaufbau. Die befragten Hochvermögenden sind beruflich stark engagiert und geben eine deutlich höhere Wochenarbeitszeit an als Personen mit mittleren Einkommen. Sie schreiben sich in beruflichen Dingen auch eine recht große Risikobereitschaft zu. Die befragten Hochvermögenden sind mit ihrem Leben insgesamt zufriedener als der Bevölkerungsdurchschnitt.

The situation of very wealthy households – owning more than one million euro in financial assets – in Germany has been examined as part of an exceptional non-representative survey and contrasted with the situation of average households coming from SOEP. This examination was part of an effort to learn more about the very rich, about whom little is known. The results suggest that great financial wealth goes along with substantial net wealth as well as above-average revenues. Among the very wealthy surveyed, self-employed and entrepreneurs are more frequent than in the average population. As one would expect, business assets are of great significance for them and represent a significant part of their overall assets. The very wealthy have inherited or received bestowals more often than average and these were higher-than-average. Among the total population of household heads above 40, a little more than a third has already received a bestowal or an inheritance. Among the very wealthy surveyed, that proportion was around three quarters. For two thirds of the very wealthy, receiving this inheritance or this bestowal was a key factor in the build-up of wealth. The very wealthy are professionally very committed and work significantly longer hours per week than people with average revenues. They credit themselves with a pronounced readiness to take risks on the professional front. All in all, the very wealthy are happier with their life than the population on average.

JEL-Classification:

D31;I31;I32

Keywords:

wealthy, net worth, HViD, SOEP