Pressemitteilung vom 31. März 2026
Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) ist im März auf 97,3 Punkte zurückgegangen. Im Februar lag der Wert noch bei 101,6 Punkten. Somit wurde der im Herbst begonnene Aufwärtstrend unterbrochen: Der Barometerwert ist erneut unter die neutrale 100-Punkte-Marke gefallen, die ein durchschnittliches Wachstum der deutschen Wirtschaft anzeigt. Dennoch dürfte die deutsche Wirtschaft ihre mehrjährige Stagnations- und Rezessionsphase langsam hinter sich lassen: Die beschlossenen finanzpolitischen Maßnahmen für Verteidigung, Infrastruktur und Klimaneutralität wirken im laufenden Jahr allmählich und schieben die Binnenkonjunktur an. Auch aus dem europäischen Ausland kamen zuletzt positive Signale und ließen die Exporterwartungen deutscher Unternehmen zu Jahresbeginn etwas steigen. Der Krieg im Nahen Osten hat den aufkeimenden Optimismus aber vorerst ausgebremst. Die stark gestiegenen Öl- und Gaspreise sowie die Störungen der Lieferketten – insbesondere für Dünger – werden wohl auch auf die Verbraucherpreise in Deutschland durchschlagen und den beginnenden Konjunkturaufschwung merklich dämpfen.
Die deutsche Industrie sendet nach schwierigen Jahren nur vorsichtige Erholungssignale. Sowohl bei der Produktion als auch bei den Auftragseingängen zeichnete sich ab Herbst ein allmählicher Aufwärtstrend ab, der allerdings holprig verlief. So ging im Januar die Industrieproduktion zurück, nachdem diese Ende 2025 noch etwas zugelegt hatte. Nach Ausbruch des Krieges haben sich gemäß ifo Geschäftsklimaindex die Erwartungen im März spürbar eingetrübt. Auch die Investitionspakete der Bundesregierung stützen die deutsche Industrie bisher weniger als erwartet. Allerdings dürften die zusätzlichen Verteidigungsausgaben die Rüstungsindustrie und verwandte Industriebereiche zunehmend beleben.
Im Dienstleistungsbereich ist die aktuelle wirtschaftliche Lage zwar noch stabil, aber die Erwartungen sind mit dem Ausbruch des Iran-Krieges wieder pessimistischer geworden. Steigende Energiepreise nehmen den Verbraucher*innen Kaufkraft und dürften die Konsumlaune merklich eintrüben. Die weitere Entwicklung hängt auch wesentlich von der Lage auf dem Arbeitsmarkt ab, der zuletzt ebenfalls gedämpft war. So ging das IAB-Arbeitsmarktbarometer im Februar leicht zurück.
Alles in allem tendiert die deutsche Wirtschaft weiterhin aufwärts. Diesen Trend tragen wesentlich die Ausgabenpakete der Bundesregierung, die zunehmend Wirkung entfalten. Das globale politische und wirtschaftliche Umfeld wirkt jedoch deutlich bremsend.
Das nächste DIW-Konjunkturbarometer erscheint am Mittwoch, 29. April 2026.
Themen: Konjunktur