14. Oktober 2026

Policy Workshop

Finance Forschung Fingerfood
Wettbewerbsfähigkeit europäische Banken

Termin

14. Oktober 2026
16.00-18.00 Uhr

Ort

Elinor-Ostrom-Saal
DIW Berlin
Room 1.2.019
Anton-Wilhelm-Amo-Straße 58
10117 Berlin

Sprecher*innen

Florian Heider, Michael Kötter, Pia Hüttl, Alexander Kriwoluzky

Am 17. Juli 2026 hat die Europäische Kommission ihre Mitteilung „Wettbewerbsfähigkeit des Bankensektors und der Binnenmarkt im Bankwesen“ veröffentlicht. Sie benennt drei zentrale Herausforderungen für Banken: Fragmentierung entlang nationaler Grenzen, die unterschiedliche Umsetzung internationaler Standards und die übermäßige Komplexität des Rechtsrahmens. Die Kommission will Maßnahmen entwickeln, um beispielsweise die Allokation von Kapital und Liquidität innerhalb von Bankengruppen zu erleichtern. Damit rückt die Vollendung der Bankenunion wieder auf die politische Agenda. Doch reichen die Maßnahmen aus, um den Sektor wettbewerbsfähiger zu machen?

Der von Alexander Kriwoluzky moderierte Policy Workshop besteht aus drei kurzen wissenschaftlichen Vorträgen, gefolgt von einem Austausch mit dem Publikum. Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse mit den praktischen Herausforderungen der Finanzpolitik zu verknüpfen. 

Pia Hüttl
Wissenschaftlerin der Abteilung Makroökonomie am DIW Berlin
Grenzüberschreitende Finanzintegration in Europa: Anspruch und Wirklichkeit 
Eine echte grenzüberschreitende Finanzintegration in Europa ist wünschenswert, aber bislang unzureichend: Firmen werden weiterhin überwiegend vom heimischen Bankensektor finanziert. Anhand einer EZB-Maßnahme aus dem Jahr 2007, die die grenzüberschreitende Kreditvergabe erleichtern sollte, wird aufgezeigt, dass betroffene Banken zwar insgesamt mehr Kredite vergeben, wenig davon jedoch ins europäische Ausland. Um die Finanzintegration wirklich zu verbessern, braucht es jedoch gezielte Maßnahmen wie etwa ein harmonisiertes Unternehmensinsolvenzrecht.

Florian Heider
Wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts für Finanzmarktforschung SAFE
Europas Banken im internationalen Wettbewerb
Europäische Banken werden trotz gestiegener Kosteneffizienz weiterhin deutlich niedriger bewertet als ihre US-amerikanischen Pendants. Insbesondere begrenzen fragmentierte und unterentwickelte Kapitalmärkte ihr Wachstumspotenzial. Eine echte Vereinheitlichung der Aufsichtsbefugnisse, der Ausbau des Investmentbankings und eine Regulierung, die mehr auf Marktdisziplin statt kleinteiliger Risikosteuerung setzt, kann die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Banken erhöhen.

Michael Kötter
Stellvertretender Präsident und Leiter der Abteilung Finanzmärkte des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH)
Mehr Stabilität oder neue Risiken? Die Wirkung makroprudenzieller Regulierung
Im dritten Vortrag wird erörtert, ob makroprudenzielle Regulation als ein neues und wichtiges Element zur Sicherung der Finanzstabilität in der Europäischen Bankenunion ihre Ziele erreicht. Wenngleich Instrumente zur Begrenzung der Beleihungsgrenzen von Immobilien tatsächlich zu einer erwünschten Dämpfung der Kreditvergabe führen können, optimieren europäische Banken angesichts regulatorischer Vorgaben auch, indem sie die Bewertung beliehener Objekte systematisch positiver einschätzen. Dies kann zu einer Verlagerung schwer sichtbarer Risiken im Finanzsystem führen.

Die Teilnahme ist ausschließlich auf persönliche Einladung möglich.

Themen: Finanzmärkte

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