Englischer Terminus, der aber international verwendet wird, für das geschlechtsspezifische Lohngefälle, oder Lohnlücke, d. h. den Unterschied in der durchschnittlichen Bezahlung von Männern und Frauen. Der Gender Pay Gap ergibt sich gewöhnlich aus der durchschnittlichen Differenz zwischen den Bruttostundenlöhnen aller beschäftigen Männer und denen aller beschäftigten Frauen und wird berechnet als prozentualer Anteil am Verdienst der Männer.
In der gesamten EU ergab sich für das Jahr 2023 ein Gender Pay Gap von 12 Prozent, d.h. Frauen haben im Durchschnitt 12 Prozent weniger als Männer verdient. Für Deutschland hat das Statistische Bundesamt einen Gender Pay Gap von 16 Prozent im Jahr 2025 ermittelt, höher als in den meisten EU-Ländern (Frankreich: 12,2 Prozent, Italien: 2,2 Prozent, Polen: 7,8 Prozent, Zahlen von 2023).
Ursachen für den Gender Pay Gap
Der sogenannte unbereinigte Gender Pay Gap von 16 Prozent erklärt sich zum Teil dadurch, dass Frauen und Männer in unterschiedlichen Branchen und Berufen arbeiten, dass Frauen seltener in höheren hierarchischen Positionen anzutreffen sind, dass sie eine geringere Wochenarbeitszeit haben (im Durchschnitt verdient man in Vollzeit einen geringeren Stundenlohn als in Teilzeit), sowie sich auch hinsichtlich weiterer Merkmale wie z.B. Dienstalter von Männern unterscheiden.
Wenn all diese Faktoren herausgerechnet werden, bleibt ein sogenannter „bereinigter“ Gender Pay Gap übrig, den das Statistische Bundesamt für das Jahr 2025 mit sechs Prozent beziffert. Dieser bereinigte Gender Pay Gap bedeutet, dass Frauen im Vergleich zu Männern im gleichen Beruf, in der gleichen Branche, in der gleichen hierarchischen Position, bei gleicher Wochenarbeitszeit, mit gleicher Ausbildung und Betriebszugehörigkeit usw. um sechs Prozent pro Stunde weniger verdienen als Männer.
Folgen des Gender Pay Gaps
Wegen des Gender Pay Gaps entgeht vielen Frauen Einkommen, das sie und ihre Familien nicht ausgeben können; sie sind dadurch auch mehr und öfter auf Sozialleistungen angewiesen. Die Lohnlücke dämpft auch den Anreiz für Frauen, zu arbeiten oder mehr zu arbeiten, und das wiederum heißt, dass Arbeitspotenzial, also Potenzial für Wachstum, nicht ausgeschöpft wird. Die langfristigen Folgen des Gender Pay Gaps werden beim Gender Pension Gap sichtbar, denn die Rentenhöhe bemisst sich nach dem Verdienst. Hier bildet Deutschland im EU-Vergleich mit einem Gender Pension Gap von über 45 Prozent bislang das Schlusslicht (Quelle: Europäische Kommission).
Das Bewusstsein für den Gender Pay Gap und seine Folgen hat in den letzten Jahren stark zugenommen. In vielen Ländern, so auch in Deutschland, engagieren sich Frauen und Männer auf dem Equal Pay Day in Veranstaltungen und Aktionen für eine faire Bezahlung. Für die EU-Kommission ist das Prinzip Equal Pay ein zentrales Ziel.
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Nachgeforscht bei: Katharina Wrohlich zum Gender Pay Gap
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