Wirtschaftspolitische Maßnahmen gegen die Corona-Krise - Nachgeforscht bei Stefan Gebauer

Video vom 4. Juni 2020

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Wirtschaftspolitische Maßnahmen gegen die Corona-Krise: Nachgeforscht bei Stefan Gebauer

Stefan Gebauer forscht in der Abteilung Konjunkturpolitik. Im Video äußert er sich zu den jüngsten wirtschaftspolitischen Maßnahmen und Hilfspaketen und ordnet kurz ein: was hat funktioniert, was nicht. Er betont, dass es drei Säulen sind, auf denen das Krisenmanagement beruht: Geldpolitik, Finanzpolitik und Bankenregulierung. Im Zuge der Corona-Ausbreitung haben sowohl die Europäische Zentralbank als auch die nationalen Regierungen im Euroraum zahlreiche wirtschaftspolitische Maßnahmen ergriffen oder angekündigt, um die drastischen wirtschaftlichen Folgen des Lockdowns abzufedern. In einer Panelstudie werden deren unmittelbaren Wirkungen auf Staatsanleihe- und Aktienmärkte geschätzt. Die Ergebnisse zeigen, dass von den geldpolitischen Ankündigungen der EZB kurzfristig kaum stabilisierende Wirkung auf die Finanzmärkte ausging. Mit Ausnahme der Ankündigung des Wirtschaftsstabilisierungsfonds in Deutschland haben die finanzpolitischen Hilfspakete der nationalen Regierungen und der EU die Staatsanleiherenditen nicht gesenkt. Dagegen haben die Aussetzung der Fiskalregeln und die gelockerte Bankenregulierung vor allen an den Märkten für Staatsanleihen beruhigend gewirkt. In Verbindung mit insbesondere EU-weiten finanzpolitischen Maßnahmen konnten sie auch die Aktienmärkte stabilisieren. Insgesamt zeigt sich, dass Einzelmaßnahmen nicht ausreichend effektiv sind, im Zusammenspiel aber durchaus wirken können. Ein gemeinsamer Krisenmechanismus wie der jüngst von der EU-Kommission angekündigte Wiederaufbaufonds könnte sehr effizient sein.
Stefan Gebauer

Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Konjunkturpolitik