„ ‚Wir schaffen das‘ könnte Transformation in offene Gesellschaft einleiten“

Statement vom 31. August 2020

Auf dem Höhepunkt der Fluchtzuwanderung sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel heute vor fünf Jahren "Wir schaffen das". DIW-Präsident Marcel Fratzscher zieht Bilanz:

BlockquoteBundeskanzlerin Angela Merkels Ausspruch "Wir schaffen das" hat damals das Gefühl einer großen Mehrheit der Deutschen ausgedrückt, aber auch Besorgnis und Kritik ausgelöst. Deutschland und die Geflüchteten haben bis heute vieles geschafft: Eine große Anzahl an Geflüchteten hat in Deutschland eine neue Heimat gefunden, hat sich integriert und leistet einen wichtigen Beitrag in Wirtschaft und Gesellschaft. Natürlich ist dieser Weg steinig und der Prozess der Integration ist nach fünf Jahren noch lange nicht abgeschlossen. Zahlreiche Geflüchtete haben Arbeit und eine Ausbildung gefunden. Viele Kinder sprechen fließend Deutsch und sind gut in ihren Schulen integriert. Mehr und mehr Geflüchtete füllen wichtige Lücken im Arbeitsmarkt und werden von den meisten der Aufnahmegesellschaft als Bereicherung für unsere Gesellschaft wahrgenommen. Das "Wir schaffen das" könnte ein Wendepunkt gewesen sein, der Deutschlands Transformation in eine offene Gesellschaft unumkehrbar gemacht hat. Die unwiderrufliche Transformation könnte sich als das wichtigste Erbe von Bundeskanzlerin Merkel erweisen. Das DIW Berlin hat diesen Prozess durch seine wissenschaftlichen Analysen und zahlreiche Publikationen intensiv begleitet und informiert.