Mentorenprogramme fördern die Integration von Geflüchteten

DIW Wochenbericht 49 / 2020, S. 905-914

Magdalena Krieger, Philipp Jaschke, Martin Kroh, Nicolas Legewie, Lea-Maria Löbel

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  • Geflüchtete verbessern durch Mentorenprogramme ihre Deutschkenntnisse und nehmen mehr am gesellschaftlichen Leben teil
  • Bessere Sprachkenntnisse und soziale Netzwerke lassen mittelfristig auf weitere Erfolge hoffen, beispielsweise bei der Arbeitsmarktintegration
  • MentorInnen erleben die Tandembeziehung ebenfalls positiv und möchten sich weiterhin für Geflüchtete engagieren
  • Im Mittelpunkt der Tandembeziehungen stehen gemeinsame Freizeitaktivitäten und seltener konkrete Hilfeleistungen
  • Initiativen sollten insbesondere geflüchtete Frauen und Geflüchtete im ländlichen Raum verstärkt in den Blick nehmen

„Sprache und soziale Partizipation, die durch das Mentorenprogramm verbessert wurden, sind Sprungbretter in Bildung und Beschäftigung. Es wird daher spannend sein, zu untersuchen, ob mittelfristig das Programm auch dort wirkt.“ Magdalena Krieger

In den Jahren 2014 bis 2016 suchten über eine Millionen Menschen Zuflucht in Deutschland. Viele BürgerInnen engagierten sich in dieser Zeit auf unterschiedliche Weise, um Geflüchtete zu unterstützen. Insbesondere gewannen Mentorenprogramme an Bedeutung. Wie dieser Bericht zeigt, wirkt sich die Teilnahme an einem Mentorenprogramm positiv auf Geflüchtete aus: Sie verbessern ihre Sprachkenntnisse und sind sozial aktiver. Auch die MentorInnen erleben die Beziehung positiv und möchten sich in Zukunft weiterhin für Geflüchtete engagieren. Damit unterstreicht dieser Bericht die Bedeutung von Begegnungen zwischen Geflüchteten und Mitgliedern der Aufnahmegesellschaft. In der Zukunft sollten solche Initiativen insbesondere für geflüchtete Frauen sowie für Geflüchtete im ländlichen Raum zugänglich gemacht werden.

Die Ankunft Geflüchteter seit 2014 rief bei der in Deutschland ansässigen Bevölkerung konträre Reaktionen hervor: Einerseits liegen die Sorgen über Zuwanderung seitdem auf einem höheren Niveau und die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) gewann an Unterstützung, andererseits engagierten sich BürgerInnen vielfach ehrenamtlich für Geflüchtete.infoKatja Schmidt, Jannes Jacobsen und Magdalena Krieger (2020): Soziale Integration Geflüchteter macht Fortschritte. DIW Wochenbericht Nr. 34, 591–599 (online verfügbar, abgerufen am 18. November 2020. Dies gilt für alle Onlinepublikationen in diesem Bericht, sofern nicht anders vermerkt). Beispielsweise leistete im Jahr 2016 circa ein Drittel der Bevölkerung in Deutschland Geld- oder Sachspenden für Geflüchtete.infoJannes Jacobsen, Philipp Eisnecker und Jürgen Schupp (2017): Rund ein Drittel der Menschen in Deutschland spendete 2016 für Geflüchtete, zehn Prozent halfen vor Ort – immer mehr äußern aber auch Sorgen. DIW Wochenbericht Nr. 17, 347–358 (online verfügbar). Auch wuchs die Geflüchtetenhilfe in der organisierten Zivilgesellschaft, also in Vereinen, Stiftungen und anderen gemeinnützen Organisationen. Während sich hierzulande dauerhaft nur circa 5 Prozent der Organisationen für Geflüchtete einsetzen, waren es im Jahr 2016 14 Prozent und damit rund 90000 Organisationen.infoJana Priemer und Mara Schmidt (2019): Flüchtlingshilfe in der organisierten Zivilgesellschaft. Forum Wohnen und Stadtentwicklung 6, 331–334 (online verfügbar).

Vielfältige Initiativen entstanden für Geflüchtete, darunter auch Mentorenprogramme. Solche Programme wurden bislang vorwiegend für SchülerInnen, Studierende und BerufsanfängerInnen ohne Fluchthintergrund angeboten. Empirische Studien belegen moderat positive Effekte für diese Zielgruppen, beispielsweise bleiben SchülerInnen in solchen Programmen weniger häufig dem Schulunterricht fern.infoJean Baldwin Grossman und Joseph P. Tierney (1998): Does mentoring work? An impact study of the Big Brothers Big Sisters program. Evaluation Review 22.3, 403–426. Davon ausgehend besteht die Erwartung, dass Mentorenprogramme auch die Integration Geflüchteter wirksam fördern können, indem sie als Brücke in die Aufnahmegesellschaft fungieren. So bietet regelmäßiger Kontakt zu einem Mitglied der Aufnahmegesellschaft Geflüchteten beispielsweise die Möglichkeit, ihre Sprachkenntnisse zu verbessern und ihr soziales Netzwerk zu vergrößern.infoJörg Hartmann und Jan-Philip Steinmann (2020): Do Gender-role Values Matter? Explaining New Refugee Women’s Contact in Germany. International Migration Review (online verfügbar). Daher werden Mentorenprogramme für Geflüchtete unter anderem vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) im Rahmen des Bundesprogramms „Menschen stärken Menschen“ explizit gefördert.infoIm Rahmen des Programms „Menschen stärken Menschen“ sind bis Dezember 2019 mehr als 100000 Patenschaften für Geflüchtete entstanden (vgl. Informationen auf der Webseite des BMFSFJ).

Der vorliegende Bericht untersucht die Frage, inwieweit Mentorenprogramme positive Effekte für Geflüchtete und Ehrenamtliche haben. Dafür werden Daten einer Programmevaluation genutzt, welche im Rahmen der IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten im Jahr 2017 durchgeführt wurde (Kasten 1 und 2). Geflüchteten der Befragung wurde ermöglicht, beim Verein Start with a Friend (SwaF) ein Tandem einzugehen. SwaF bringt seit 2014 Geflüchtete und Einheimische in Kontakt, hat seitdem bereits über 6000 Tandems vermittelt und war 2017 bundesweit bereits in 14 Städten aktiv (Kasten 2).infoDer Verein SwaF wird vom BMFSFJ im Rahmen der Kampagne „Menschen stärken Menschen“ finanziert (vgl. Informationen auf der Webseite von SwaF). Vergleichbare Initiativen für Geflüchtete sind oftmals regional begrenzt aktiv, was für eine Evaluation des bereits breit angewendeten SwaF-Programms spricht.

Das Ziel von Programmevaluationen ist es, den Effekt einer Maßnahme kausal zu identifizieren, beispielsweise den Effekt eines Mentors oder einer Mentorin auf die Integration Geflüchteter. Jedoch erlaubt der einfache Vergleich der Individuen mit und ohne MentorIn keine kausalen Rückschlüsse, denn wer sich in einem Tandem befindet ist nicht zufällig. Eine Teilnahme an einer Maßnahme oder einem Programm kann stattdessen mit vielen Charakteristika zusammenhängen. Dieses Problem umgehen Programmevaluationen, indem sie StudienteilnehmerInnen zufällig einer von zwei Gruppen zuordnen, entweder der Gruppe, die am Programm teilnimmt (Programmgruppe) oder der Gruppe, die nicht am Programm teilnimmt (Vergleichsgruppe). Der Vergleich dieser beiden Gruppen, die sich durch die zufällige Zuordnung im Durchschnitt gleichen sollten, erlaubt es dann, den kausalen Effekt eines Programms zu identifizieren.infoJoshua D. Angrist und Jörn-Steffen Pischke (2008): Mostly Harmless Econometrics: An Empiricist's Companion. Princeton University Press.

Die Programmevaluation dieses Berichts wurde ab dem Jahr 2017 durchgeführt und zielt darauf ab herauszufinden, wie sich die Beziehung zu MentorInnen auf die Integration Geflüchteter auswirkt. Dafür kooperieren das Sozio-oekonomische Panel (SOEP) und das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) mit dem Verein Start with a Friend e.V. (SwaF).infoDie Studie wurde unter dem Titel „Mentoring of Refugees (MORE)“ durch die Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried-Wilhelm-Leibniz (WGL) im Rahmen des Leibniz-Wettbewerbs 2016 gefördert. Weitere Informationen zum Verein auf der Webseite von SwaF.

Als Startpunkt für die Programmevaluation diente die IAB-BAMF-SOEP-Befragung, eine Längsschnittbefragung von Geflüchteten, die zwischen Anfang 2013 und Ende 2016 nach Deutschland kamen.infoMartin Kroh et al. (2016): Sampling, Nonrepsonse, and Integrated Weighting of the 2016 IAB-BAMF-SOEP Survey of Refugees (M3/M4). SOEP Survey Papers 477: SOEP Survey Papers : Series C – Data Documentations (Datendokumentationen). Im Jahr 2017 wurden 733 Befragte der IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten gefragt, ob sie Interesse hätten am Programm von SwaF teilzunehmen. Die Gruppe der Befragten war auf die Personen begrenzt, die im Jahr 2017 im Radius einer der 14 deutschen Städte lebten, in denen SwaF zu dieser Zeit aktiv war.infoZu diesen Städten zählten: Berlin, Potsdam, Dresden, Leipzig, Hamburg, Oldenburg, Köln, Düsseldorf, Aachen, Bonn, Frankfurt am Main, Landau, Stuttgart und Freiburg. Insgesamt zeigten sich 465 Befragte interessiert, wohingegen 268 Befragte kein Interesse an einer Teilnahme bekundeten. Unter den interessierten Geflüchteten wurde daraufhin zufällig gelost, wer bei SwaF teilnimmt: 234 Befragte wurden der Programmgruppe zugeordnet, 231 Befragte der Vergleichsgruppe. Zum Ende des Interviews wurden die Kontaktdaten der zur Teilnahme ausgelosten Geflüchteten an SwaF weitergeleitet. Dieser Vorgang war bei 215 Geflüchteten erfolgreich, sodass der Verein die Vermittlung starten konnte. Dahingegen kam es bei 19 Geflüchteten zu technischen Schwierigkeiten, die eine Registrierung nicht zuließen. Es ist in diesem Zusammenhang darauf hinzuweisen, dass es Geflüchteten aus der Vergleichsgruppe aus ethischen Gründen nicht verboten war, am SwaF-Programm teilzunehmen, sie wurden nur nicht über das Forschungsprojekt dort aufgenommen. Unter den Geflüchteten der Vergleichsgruppe meldete sich eine Person eigenständig im Programm von SwaF an und wurde daher aus den Analysen des vorliegenden Berichts ausgeschlossen.

SwaF kontaktierte nach Übermittlung der Kontaktdaten die registrierten Geflüchteten und vereinbarte Treffen zum Kennenlernen mit Freiwilligen von SwaF. Freiwillige von SwaF trafen insgesamt 127 der registrierten Geflüchteten. Das vornehmliche Ziel dieser Treffen war, die Geflüchteten kennenzulernen, um passende MentorInnen auswählen zu können. Für 85 Geflüchtete gelang dies.

Dieser Bericht analysiert, welche Geflüchteten und Mitglieder der Aufnahmegesellschaft Interesse am Programm von SwaF haben, welchen Aktivitäten die Tandems nachgehen und, schlussendlich, wie sich diese Beziehung auf das Leben beider Seiten auswirkt.

Für Geflüchtete bestehen unterschiedliche Hürden zur Programmteilnahme

Im Jahr 2017 wurden 733 erwachsene Geflüchtete der IAB-BAMF-SOEP-Befragung gefragt, ob sie am Tandemprogramm von SwaF teilnehmen möchten (Kasten 2). Dazu stellten die InterviewerInnen den Geflüchteten am Ende der jährlichen Befragung das SwaF-Programm und dessen Idee kurz vor. 465 Geflüchtete bekundeten Interesse am Programm, 268 Geflüchtete gaben an, nicht an einer Teilnahme interessiert zu sein.

Wie wirksam das Mentorenprogramm die Integration Geflüchteter fördern kann, wird auch von den soziodemografischen Merkmalen der Interessierten beeinflusst. Sind beispielsweise nur Geflüchtete an SwaF interessiert, die bereits über sehr gute Deutschkenntnisse verfügen, wird das Programm im Durchschnitt die Sprachfähigkeiten der Geflüchteten nur wenig verbessern können. Wer Interesse zeigt, ist zudem sozialpolitisch relevant: Interessieren sich nur Geflüchtete mit bestimmten Merkmalen für staatlich geförderte, freiwillige Programme, können andere Zielgruppen womöglich nicht erreicht werden, oder die Programme könnten bestehende Ungleichheiten innerhalb der Gruppe der Geflüchteten nicht abbauen.

Tatsächlich unterscheiden sich die Gruppen der interessierten und nicht-interessierten Geflüchteten in drei der untersuchten Merkmale in messbarer Weise (Abbildung 1). Zunächst leben interessierte im Vergleich zu nicht-interessierten Geflüchteten kürzer in Deutschland und, damit verbunden, eher in einer Gemeinschaftsunterkunft. Dies könnte sich positiv in der Integrationswirkung des Programms von SwaF niederschlagen: Kürzlich Eingewanderte haben in der Regel noch besonders wenig Zugang zu zentralen Informationen über soziale Netzwerke, die ihnen helfen können, sich beispielsweise erfolgreich in den Arbeitsmarkt oder das Bildungssystem einzugliedern.infoChristian Dustmann und Francesca Fabbri (2003): Language proficiency and labour market performance of immigrants in the UK. The Economic Journal 113(489), 695–717. Ein Mentor oder eine Mentorin aus der Aufnahmegesellschaft könnte hier besonders hilfreich sein. Zudem bekunden geflüchtete Frauen weniger häufig Interesse am Programm als geflüchtete Männer. Da bisherige Erkenntnisse auf eine langsamer verlaufende Integration geflüchteter Frauen hindeuten, sollte diese Zielgruppe verstärkt in den Blick genommen werden, beispielsweise durch Programme, die spezifisch auf ihre Bedürfnisse eingehen.infoKatja Schmidt, Jannes Jacobsen und Magdalena Krieger (2020), a.a.O.; Daniel Graeber und Felicitas Schikora (2020): Hohe Erwartungen der Geflüchteten an die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit haben sich teilweise realisiert. DIW Wochenbericht Nr. 34, 571–578 (online verfügbar).

Des Weiteren unterscheiden sich die 85 Geflüchteten, denen ein Mentor oder eine Mentorin vermittelt wurde, statistisch signifikant von denen, die zwar am Programm interessiert waren, aber letztlich nicht teilnahmen. Beispielsweise sind Geflüchtete mit MentorInnen im Durchschnitt eher unverheiratet und kinderlos. Dies könnte mit zeitlichen Verfügbarkeiten zusammenhängen: Die Idee des Programms von SwaF ist, dass sich die TandempartnerInnen über einen Zeitraum von sechs Monaten wöchentlich für zwei bis drei Stunden treffen. Diese zeitliche Verpflichtung könnte für Geflüchtete mit Familie schwerer umsetzbar sein, die besonders häufig junge Kinder haben, und welche auch vergleichsweise selten eine Kita besuchen.infoLudovica Gambaro, Guido Neidhöfer und C. Katharina Spieß (2019): Kita-Besuch von Kindern aus nach Deutschland geflüchteten Familien verbessert Integration ihrer Mütter. DIW Wochenbericht Nr. 44, 805–812 (online verfügbar). Zudem haben Geflüchtete in einem Tandem bessere Deutschkenntnisse und sind jünger. Dies kann mit dem Vermittlungsprozess von SwaF zusammenhängen: Der Verein versucht Geflüchtete mit MentorInnen zu paaren, die zueinander passen, und ältere Geflüchtete oder solche mit schlechteren Deutschkenntnissen könnten seltener passende TandempartnerInnen unter den potenziellen MentorInnen haben.

MentorInnen sind überwiegend weiblich, jung und höher gebildet

Die MentorInnen der 85 vermittelten Geflüchteten wurden in drei Onlinebefragungen zu ihren soziodemografischen Merkmalen sowie ihren Erfahrungen im Tandem befragt (Kasten 3). 72 MentorInnen beantworteten die erste Befragung, die in etwa mit dem Beginn des Tandems zusammenfiel. Die MentorInnen sind überwiegend weiblich (73 Prozent) und im Durchschnitt 30 Jahre alt. Diese Altersdemografie kann auch erklären, warum erfolgreich vermittelte Geflüchtete im Durchschnitt jünger sind als diejenigen, bei denen keine Vermittlung möglich war. Die Forschung zu Freundschaften argumentiert, dass Menschen eher FreundInnen werden, wenn sie sich in beobachtbaren Merkmalen wie dem Alter ähneln.infoAndreas Wimmer und Kevin Lewis (2010): Beyond and below racial homophily: ERG models of a friendship network documented on Facebook. American Journal of Sociology 116(2), 583–642. Diese Erkenntnis wird indirekt auch von SwaF beim Prozess der Vermittlung von Geflüchteten und MentorInnen angewandt. Außerdem ist der Großteil der MentorInnen unverheiratet und kinderlos, was ebenfalls in deren Altersdemografie begründet ist.

Als Datenbasis für diesen Bericht dient zum einen die IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten in den Jahren 2017 und 2018. Zusätzlich werden in diesem Bericht Informationen aus einer Befragung von MentorInnen ausgewertet, die das SOEP gemeinsam mit dem IAB und dem Zentrum für empirische Sozialforschung (ZeS) in den Jahren 2017 und 2018 durchgeführt hat. Dabei wurden die MentorInnen, die sich in Tandems mit Befragten der IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten befanden, dazu aufgerufen, an drei Onlinebefragungen teilzunehmen. Die erste Befragung fand direkt nach Entstehung des Tandems statt, die zweite nach vier Wochen und die letzte nach vier Monaten. Insgesamt nahmen an der ersten Befragung N = 72 von insgesamt N = 85 MentorInnen teil, an der zweiten Befragung N = 60 MentorInnen und an der dritten Befragung N = 48 MentorInnen. Der Fragenkatalog der Onlinebefragung für MentorInnen orientiert sich an den Fragebogeninhalten des SOEP.

Die MentorInnen sind überwiegend deutsche Staatsangehörige (92 Prozent), 16 Befragte haben einen direkten oder indirekten Migrationshintergrund. 83 Prozent der MentorInnen haben das Abitur absolviert und 67 Prozent sind erwerbstätig, während sich der Rest noch in Ausbildung befindet.infoZum Vergleich: In der gesamten Bevölkerung in Deutschland erlangten 2018 40 Prozent der SchulabgängerInnen das Abitur (vgl. Informationen auf der Webseite des Statistischen Bundesamts). Die Einstellungen der MentorInnen zu Geflüchteten sind zudem positiver als im Durchschnitt der gesamten Bevölkerung in Deutschland. So sehen 80 Prozent langfristig in der Zuwanderung der Geflüchteten eher eine Chance für Deutschland, 17 Prozent sind diesbezüglich ambivalent und für lediglich drei Prozent überwiegen langfristig eher die Risiken. Zum Vergleich: In der Gesamtbevölkerung sehen nur circa 30 Prozent der Befragten langfristig eher Chancen in der Zuwanderung Geflüchteter.infoKatja Schmidt, Jannes Jacobsen und Magdalena Krieger (2020), a.a.O.

Zur Motivation gaben rund 80 Prozent der Befragten an, sich bei SwaF zu engagieren, um das Zusammenleben zwischen Geflüchteten und Einheimischen zu verbessern und um die Lebenssituation von Geflüchteten kennenzulernen (Abbildung 2). Zudem steht für viele MentorInnen im Zentrum, Menschen kennenzulernen, während das Engagement weniger als Zeitvertreib oder als Möglichkeit zur Entwicklung eigener Fähigkeiten gesehen wird.

Tandems verbringen Freizeit zusammen und sprechen Deutsch miteinander

In der zweiten Onlinebefragung der MentorInnen sechs Wochen nach Start des Tandems wurde nach den Aktivitäten im Tandem gefragt. Fragen dazu beantworteten 54 der 60 befragten MentorInnen, die sich zu diesem Zeitpunkt schon mindestens einmal mit ihrem beziehungsweise ihrer TandempartnerIn getroffen hatten.

Entgegen der ursprünglichen Motivation der MentorInnen stehen konkrete Hilfeleistungen weniger im Vordergrund der Tandembeziehungen. Vielmehr treffen sich die meisten Tandems, um gemeinsam zu essen (knapp 70 Prozent), kulturelle Veranstaltungen zu besuchen (knapp 30 Prozent) und um Deutsch zu lernen (knapp 40 Prozent) (Abbildung 3). In der Tat gaben alle 31 MentorInnen, die sich zum Befragungszeitpunkt in den letzten zwei Wochen im Tandem getroffen hatten, an, dass sie mit dem Gegenüber Deutsch sprechen. Diese Aktivitäten lassen vermuten, dass die MentorInnen den Geflüchteten tatsächlich bei ihren Integrationsbemühungen zur Seite stehen können. Insbesondere können gewonnene Deutschkenntnisse ein Sprungbrett in Erwerbstätigkeit und in neue soziale Netzwerke darstellen.infoYuxin Yao und Jan C. van Ours (2015): Language skills and labor market performance of immigrants in the Netherlands. Labour Economics 34, 76–85.

Zudem erweitert das Tandem die sozialen Netzwerke Geflüchteter, aber auch das der MentorInnen. Hierzu wurden wiederum die 31 MentorInnen der zweiten Onlinebefragung befragt, die sich in den letzten zwei Wochen mindestens einmal mit ihrem beziehungsweise ihrer TandempartnerIn getroffen haben. Hiervon gab fast jeder beziehungsweise jede Dritte an, dass der oder die TandempartnerIn schon Freunde von ihm oder ihr kennengelernt hat. 13 Prozent gaben an, dass der oder die TandempartnerIn auch schon die eigene Familie kennengelernt hat. Damit gewinnen viele der Geflüchteten durch das Tandem nicht nur einen Kontakt in der Aufnahmegesellschaft, sondern lernen indirekt einen weiteren Kreis von Menschen kennen. Diese weiteren Kontakte können zusätzlich positiv zur Integration beitragen. Zudem berichteten 30 Prozent der MentorInnen, dass sie selbst schon Freunde und Familie ihres oder ihrer TandempartnerIn kennengelernt haben. Laut der Forschung zu Einstellungen gegenüber MigrantInnen können solche Begegnungen Vorurteile abbauen und so zu mehr Zusammenhalt in der Gesellschaft führen.infoLinda R. Tropp und Thomas F. Pettigrew (2005): Relationships between intergroup contact and prejudice among minority and majority status groups. Psychological Science 16(12), 951–957.

MentorInnen haben Spaß am Tandem und sehen ihre PartnerInnen als FreundInnen

Wie gut die Tandembeziehung verläuft, steht direkt mit der Wirksamkeit des Tandems in Verbindung: Verstehen sich die Beteiligten gut und erleben sie die Beziehung positiv, sind beide Parteien eher dazu geneigt, sich weiterhin zu treffen und Informationen und Gefühle miteinander zu teilen.infoTammy D. Allen und Lillian T. Eby (2003): Relationship effectiveness for mentors: Factors associated with learning and quality. Journal of Management, 29(4), 469–486. Wiederum wurden hierzu die 31 MentorInnen der zweiten Welle der Onlinebefragung befragt, die sich in den letzten zwei Wochen in ihrem Tandem getroffen haben (Abbildung 4). Das Bild ist insofern eingeschränkt verallgemeinerbar als das diejenigen, die sich nicht regelmäßig treffen, nicht in der Berechnung enthalten sind. Es lässt sich vermuten, dass ihre Antworten eher negativer ausfallen würden als die beobachteten Antworten.

Auf einer Skala von 1 („Stimme überhaupt nicht zu“) bis 7 („Stimme voll zu“) sollten die befragten MentorInnen einschätzen, wie gut ihr Tandem funktioniert. Dabei zeigt sich, dass die MentorInnen überwiegend Spaß mit dem Tandem haben und finden, dass sie gut zueinander passen. Dies lässt sich wahrscheinlich auf den aufwendigen Vermittlungsprozess von SwaF zurückführen, bei dem persönliche Charakteristika sowie Hobbys und Interessen beider Seiten Berücksichtigung finden. Zudem empfand ein Großteil der Befragten das Tandem als Freundschaft. Trotz dieser positiven Einschätzungen gaben 21 der MentorInnen auch an, dass sie schon einmal überlegt haben, das Tandem abzubrechen. Gründe hierfür liegen vor allem in der eigenen mangelnden zeitlichen Verfügbarkeit. Überwiegend fallen die Bewertungen der Tandembeziehung somit positiv aus.

MentorInnen wollen sich auch in Zukunft engagieren

Ungefähr vier Monate nach Start des Tandems machten 48 MentorInnen Angaben dazu, was das Tandem ihrer Meinung nach für sie selbst bewegt hat. Hierbei zeigt sich vor allem, dass es das Tandem ermöglicht hat, mehr über die Lebenswelt von Geflüchteten zu erfahren. Dahingegen hat das Tandem für ihren eigenen Beruf keinen direkten Nutzen gehabt. Und die MentorInnen haben nach eigener Wahrnehmung auch keine Person hinzugewonnen, mit der sie offen über Gefühle sprechen oder unangenehme Wahrheiten teilen können.

Zudem wurden die MentorInnen zu Beginn der Tandembeziehung und vier Monate nach Beginn des Tandems nach ihrem persönlichen Engagement für Geflüchtete befragt (Abbildung 5). Anfangs gab etwa die Hälfte der MentorInnen an, dass sie schon Geld- oder Sachspenden für Geflüchtete geleistet haben. Jeder beziehungsweise jede Dritte gab zudem an, schon Arbeit vor Ort geleistet zu haben. Während der Anteil der MentorInnen mit Spendenbereitschaft auch etwa nach einem Jahr bei circa 50 Prozent lag, stieg der Anteil der MentorInnen, der sich vor Ort, direkt für Geflüchtete engagieren möchte, signifikant an (auf 70 Prozent). Somit wirken sich die Erfahrungen bei SwaF anscheinend positiv auf die Bereitschaft der MentorInnen aus, sich weiter zu engagieren. Jedoch muss auch berücksichtigt werden, dass die 24 MentorInnen, die an der Folgebefragung nicht mehr teilgenommen haben, unter Umständen negative Erfahrungen gemacht haben, die die obigen Absichten nicht abbilden.

Geflüchtete verbessern durch MentorInnen ihre Sprachkenntnisse und sind sozial aktiver

Was die Programmteilnahme für Geflüchtete bewirkt hat, wird in vier Dimensionen von Integration untersucht, darunter soziale Partizipation, Deutschkenntnisse, Bildung und Teilnahme am Arbeitsmarkt.

Dazu werden Geflüchtete aus der Programmgruppe solchen aus der Vergleichsgruppe gegenübergestellt. Geflüchtete werden zur Programmgruppe gezählt, wenn sie in ein Tandem vermittelt wurden, das sich mindestens einmal getroffen und vier Monate bestanden hat. Dies trifft auf 30 Geflüchtete zu. Die Vergleichsgruppe umfasst 130 Geflüchtete. Für beide Personengruppen liegen die relevanten Merkmale sowohl zum Zeitpunkt der Rekrutierung in das Programm im Jahr 2017 sowie ein Jahr später im Rahmen der Folgebefragung vor. Dadurch können bereits vor der Programmteilnahme bestehende Unterschiede zwischen der Programm- und der Vergleichsgruppe in den Ergebnissen berücksichtigt werden.infoDie ursprünglichen Programm- und Vergleichsgruppen umfassten 234 beziehungsweise 231 Geflüchtete. Nicht für alle in der Programmgruppe konnte ein Tandem aufgebaut werden. Zudem nahmen nicht alle Geflüchteten der Programm- und Vergleichsgruppe an der Folgebefragung der IAB-BAMF-SOEP-Befragung im Jahr 2018 teil (siehe Kasten 2). Somit beschränkt sich der Wirkungsvergleich auf 30 Geflüchtete in der Programmgruppe und 130 Geflüchtete in der Vergleichsgruppe. In einer ausführlichen Analyse (im Erscheinen) wird diesem Umstand mit sogenanntem propensity score weighting begegnet. Dabei wird in den Analysen statistisch berücksichtigt, welche Merkmale die Teilnahme am Programm und der Folgebefragung bestimmen. Die Ergebnisse dieser umfangreichen Analyse unterscheiden sich nicht substantiell von den Ergebnissen dieses Berichts.

Als Maß für die soziale Partizipation der Geflüchteten wird die Häufigkeit, mit der sie insgesamt sieben verschiedene Freizeitaktivitäten verfolgen, herangezogen.infoDie zugrundeliegende Skala reicht von 1 („nie“) bis 6 („täglich“). Die Antwortkategorien waren: (1) Essen oder Trinken in einem Café, Restaurant, Kneipe; (2) Ausflüge oder kurze Reisen; (3) Künstlerische oder musische Tätigkeiten; (4) Sport treiben; (5) Sportveranstaltungen besuchen; (6) Kino- , Konzertbesuch, Tanzen; (7) Oper, klassische Konzerte, Theater, Ausstellungen. Im Mittel gaben die Geflüchteten in der Programmgruppe im Jahr 2017 an, dass sie zwei der genannten sieben Aktivitäten mindestens einmal im Monat verfolgen. Damit weisen sie eine statistisch nicht signifikant höhere Zahl auf als die Geflüchteten in der Vergleichsgruppe. Dies ändert sich bei der erneuten Befragung nach einem Jahr: Zu diesem Zeitpunkt berichteten die Geflüchteten in der Programmgruppe von durchschnittlich fast drei Aktivitäten, die sie in ihrer Freizeit mindestens monatlich betreiben. Im Gegensatz dazu fällt der Anstieg an Freizeitaktivitäten in der Vergleichsgruppe niedriger aus (Abbildung 6).

Es ist zu erwarten, dass die gestiegene soziale Partizipation auch die Deutschkenntnisse begünstigt. Geflüchtete in der Programmgruppe weisen bereits vor Beginn der Tandembeziehung durchschnittlich bessere Deutschkenntnisse auf (Abbildung 6).infoWir messen die Deutschkenntnisse als den Mittelwert der Sprech-, Schreib- und Lesekompetenz, jeweils gemessen auf der Skala von eins („gar nicht“) bis fünf („sehr gut“). Die Deutschkenntnisse werden als gut definiert, wenn der gerundete Mittelwert bei vier oder höher liegt. Dieser Unterschied ist jedoch nicht statistisch signifikant. Die Geflüchteten in der Programmgruppe bauen ihre Deutschkenntnisse durch das Mentoring weiter aus, sodass der Anteil mit guten Kenntnissen nach einem Jahr auf 60 Prozent ansteigt, im Gegensatz zu 34 Prozent in der Vergleichsgruppe. Damit ist der Anteil der Geflüchteten mit guten Sprachkenntnissen in der Programmgruppe um 13 gegenüber vier Prozentpunkten in der Vergleichsgruppe signifikant stärker angestiegen. Dieser Effekt von fast zehn Prozentpunkten kann auf die Teilnahme am Programm zurückgeführt werden und entspricht etwa der durchschnittlichen Verbesserung der Sprachkenntnisse nach einem zusätzlichen Aufenthaltsjahr in Deutschland.infoCristine de Paiva Lareiro, Nina Rother und Manuel Siegert (2020): Geflüchtete verbessern ihre Deutschkenntnisse und fühlen sich in Deutschland weiterhin willkommen. BAMF Kurzanalyse Nr. 1 (online verfügbar).

Als eine weitere Komponente der Integration wird der Anteil der Geflüchteten untersucht, der seit der Ankunft in Deutschland in Bildung investiert hat.infoHierzu zählen wir Schule, Berufsausbildung, betriebliches Praktikum und Hochschulbesuch. Bildungsinvestitionen sind von zentraler Bedeutung, weil die Geflüchteten bei ihrer Ankunft ein im Vergleich zur Bevölkerung in Deutschland niedrigeres durchschnittliches Bildungsniveau aufweisen. Das kann etwa daran liegen, dass sie aus Ländern mit schwächeren öffentlichen Bildungssystemen kommen oder dass ihre individuellen Bildungsbiographien aufgrund von bereits seit längerer Zeit andauernden Kriegen und gewaltsamen Konflikten unterbrochen wurden.infoChristoph Spörlein, Cornelia Kristen, Regine Schmidt und Jörg Welker (2020): Selectivity profiles of recently arrived refugees and labour migrants in Germany. Soziale Welt, 71(1–2), 54–89. Bei den Bildungsinvestitionen zeigt sich: Die Geflüchteten der Programmgruppe hatten mit einem Anteil von über einem Drittel signifikant häufiger bereits vor der Programmteilnahme in Bildung in Deutschland investiert. Im einjährigen Beobachtungszeitraum erhöhten sich die Anteile in beiden Gruppen durchschnittlich um etwa fünf Prozentpunkte. Demnach haben die Geflüchteten der Programmgruppe im Jahresvergleich durchschnittlich die gleiche Verbesserung erzielt wie diejenigen in der Vergleichsgruppe.

Zuletzt wird die Integration in den Arbeitsmarkt untersucht, gemessen an der Erwerbsquote. Vor Beginn der Tandems als auch ein Jahr danach finden sich keine statistisch signifikanten Unterschiede in der Beschäftigung zwischen der Programm- und Vergleichsgruppe. Die Beschäftigtenquoten der beiden Gruppen lagen im Durchschnitt bei 16 Prozent im Jahr 2017 und 28 Prozent im Jahr 2018.infoDies beinhaltet Vollzeit- und Teilzeiterwerbstätigkeit, Berufsausbildung, Lehre, geringfügige Beschäftigung und betriebliche Praktika. Es finden sich demnach keine messbaren Effekte der Teilnahme am Programm auf die Erwerbstätigkeit. Das kann mehrere Gründe haben: So könnte etwa die Fallzahl von 30 Personen in der Programmgruppe zu klein sein oder der Beobachtungszeitraum von einem Jahr zu kurz. Außerdem muss beachtet werden, dass das Programm von SwaF nicht primär auf die Vermittlung von Arbeitsstellen zielt und vielmehr der freundschaftliche Gedanke auf Augenhöhe im Mittelpunkt steht.

Entsprechend der Ziele von SwaF deuten unsere Ergebnisse darauf hin, dass die Geflüchteten, denen ein stabiles Tandem vermittelt werden konnte, mehr am gesellschaftlichen Leben teilnehmen und ihre Deutschkenntnisse weiter verbessern konnten. Angesichts der empirisch belegten positiven Wirkung dieser Faktoren für die Arbeitsmarktintegration stehen mittel- und langfristig indirekt auch positive Effekte auf die Beschäftigung der Geflüchteten in Aussicht.

Fazit: Tandems wirken sich positiv auf Geflüchtete sowie ihre MentorInnen aus

Dieser Bericht zeigt das Potenzial von Tandembeziehungen für die Integration Geflüchteter. Geflüchtete, die an einem Tandem teilnehmen, verzeichnen bereits nach einem Jahr bessere Sprachkenntnisse und sind sozial aktiver im Vergleich zu Geflüchteten ohne MentorInnen. Diese Ergebnisse lassen auf weitere Integrationserfolge Geflüchteter durch die Programmteilnahme hoffen, denn Sprachkenntnisse sowie soziale Netzwerke sind wichtige Sprungbretter in die Erwerbstätigkeit. Auch die MentorInnen erleben die Tandembeziehung positiv: Ein Großteil sieht seine TandempartnerInnen als FreundInnen an und möchte sich auch in Zukunft für Geflüchtete engagieren. Mit Blick auf das gesellschaftliche Engagement und den sozialen Zusammenhalt ist dies positiv zu bewerten.

Die Untersuchung hat jedoch auch festgestellt, dass es nicht zufällig ist, welche Geflüchteten einen Mentor oder eine Mentorin erhalten. Nicht alle Geflüchteten bekunden gleichermaßen Interesse für das Programm von SwaF. Insbesondere nehmen geflüchtete Frauen weniger häufig am Programm teil. Dies ist mit Blick auf bisherige Studien, die bereits die schlechtere Integration geflüchteter Frauen relativ zu geflüchteten Männern konstatiert haben, als wichtiges Handlungsfeld in den Blick zu nehmen.

Zusammenfassend lässt sich somit die positive Wirkung des Tandemprogramms von SwaF feststellen. Deren Initiative ist heute bundesweit in 20 Städten aktiv. Tatsächlich lebt der Großteil der Geflüchteten in Deutschland im städtischen Raum, nichtsdestotrotz sind die Einstellungen gegenüber MigrantInnen im ländlichen Raum besonders skeptisch.infoKatja Schmidt, Jannes Jacobsen und Magdalena Krieger (2020), a.a.O. Die Implementierung von Mentorenprogrammen im ländlichen Raum erscheint somit besonders erstrebenswert. Zudem zeigt sich auch, dass allgemeine zivilgesellschaftliche Programme mit Initiativen kombiniert werden sollten, die auf spezielle Gruppen und Bedürfnisse eingehen, beispielsweise auf die von geflüchteten Frauen oder von Geflüchteten mit noch geringen Deutschkenntnissen. So könnte allen Geflüchteten gleichermaßen der Start in ihr neues Leben vereinfacht werden.

Magdalena Krieger

Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Infrastruktureinrichtung Sozio-oekonomisches Panel

Martin Kroh

Senior Research Fellow in der Infrastruktureinrichtung Sozio-oekonomisches Panel



JEL-Classification: F22;J15;J18
Keywords: refugees, mentoring, integration, volunteering
DOI:
https://doi.org/10.18723/diw_wb:2020-49-1

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