50-jähriges Jubiläum: Das DIW vor 50 Jahren

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Das DIW vor 50 Jahren: 50-jähriges Jubiläum

Vor 50 Jahren feierten überwiegend Herren in dunklen Anzügen das 50-jährige Jubiläum des DIW. Es gab Abteilungsleiterrunden, in denen Zigarre geraucht wurden, in Dahlem klappernde Schreibmaschinen, Berge von Papier und Konjunkturforschung mit Lineal und Stift. Vieles hat sich geändert am DIW Berlin in den vergangen 50 Jahren. Jenseits von Optik und Technik hat jedoch vieles auch heute noch Bestand: Wissenschaftliche Exzellenz und Unabhängigkeit, tiefgreifende Studien, Teilnahme an der Gemeinschaftsdiagnose, ungewöhnliche Forschungsfelder und der Wochenbericht als zentrale Forschungspublikation.

Gleichzeitig sind die Wissenschaftler*innen des DIW genauso wie seine Forschungsschwerpunkte sehr viel diverser geworden. Themen wie Umwelt und Energie wurden sehr früh erkannt und spielen im Institut heutzutage eine wichtige Rolle. Damit führt das DIW die Tradition fort, nah am Geist der Zeit zu forschen und neue Themen frühzeitig und dann mit Ausdauer zu besetzen: Wie der damalige Wirtschaftsminister Hans Friedrichs (FDP) in seiner Rede auf der 50-jährigen Jubiläumsfeier betonte, hat das DIW die DDR und Osteuropa sehr früh in seine wissenschaftliche Arbeit miteinbezogen. Damit habe es einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der deutsch-deutschen Wirtschaftsgeschichte geleistet, lobte Friedrichs vor 50 Jahren. Besonders stach für ihn der wechselseitig fruchtbare Austausch zwischen dem Institut und der Stadt Berlin heraus. „Dieser war entscheidend, um die wirtschaftliche Isolierung des Standortes Berlin zu verhindern“, so der Minister.

Festrede von Hans Friedrichs (FDP), Bundesminister für Wirtschaft (1972 -1977)
© RBB / SFB

Seit seiner Gründung 1925 hat das DIW an der Entwicklung vieler ökonomischer Werkzeuge und Methoden mitgewirkt, die heutzutage zum guten Ton gehören. Es nahm eine herausragende Rolle bei der Entwicklung der empirischen Konjunkturforschung in den 20er Jahren ein und hat die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung in den 30er Jahren maßgeblich mitentwickelt.

Eine Mitarbeiterin zeichnet eine statistische Abbildung.
© RBB / SFB

Erstaunlich aus heutiger Sicht: Die NS-Zeit wird im Video nicht thematisiert. Ernst Wagemann taucht als Gründer und erster Präsident des damaligen IfK/DIW auf, seine Verstrickungen mit den Nationalsozialisten werden aber nicht erwähnt. Die nun zum 100-jährigen Bestehen erschiene DIW-Chronik „Die Vermessung der Wirtschaft – 100 Jahre DIW Berlin“ beginnt diese Lücke zu füllen.

Autorinnen: Sabine Fiedler und Theresa Walter

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100 JAHRE DIW BERLIN IN FÜNF EPOCHEN

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